- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Erster Teil : Land und Volk /
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(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - V. Soziale Bewegungen - 1. Arbeiterfragen und Sozialpolitik - Organisationswesen der Arbeiter und der Arbeitgeber. Von O. Järte und B. Nyström

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V. SOZIALE BEWEGUNGEN.

men 116 849 Mitgliedern, darunter 5 507 Frauen. Zur Landesorganisation
gehörten hiervon 27 Zentralverbände mit 1 445 Abteilungen und 83 166 Mitgliedern,
oder 71j % aller Organisierten. Die grössten Gewerkschaften ausserhalb der
Landesorganisation sind die der Eisenbahner und der Buchdrucker.

Die Verfassung des schwedischen Gewerkschaftswesens ist sehr demokratisch,
ist aber in grossem Massstabe auf das repräsentative System aufgebaut. Die höchste
Behörde des Zentralverbandes ist der Kongress, der, aus gewählten Vertretern
von den Abteilungen bestehend und in der Begel jedes dritte Jahr tagend, die
Satzungen und die Politik des Verbandes bestimmt und den Verbandsvorstand
sowie die Beamten (gewöhnlich einen Vertrauensmann, einen Schriftführer und
einen Kassenbeamten; in grösseren Verbänden treten hierzu mehrere Vertreter),
ernennt denen die oberste Leitung der Verbandsangelegenheiten obliegt. Im
übrigen verwalten die Abteilungen sich selbst und wählen ihren Vorstand in
öffentlichen Sitzungen. Eine Lohnbewegung oder ein Streik dürfen jedoch in
der Regel nicht ohne die Prüfung und Genehmigung des Verbandsvorstandes
stattfinden: ausserdem ist eine, durch heimliche Abstimmung ermittelte,
qualifizierte Majorität der Mitglieder der Abteilung hierzu erforderlich. Der vom
Kongress der Landesorganisation gewählte Vorstand der Landesorganisation, das
Landessekretariat, besteht aus sieben Mitgliedern, von denen drei Beamte sind;
ihnen zur Seite steht die aus Vertretern der Vorstände der angeschlossenen
Zentralverbände bestehende Vor Ständekonferenz. Vorsitzender der
Landesorganisation ist seit 1900 Herman Lindqvist.

Die ordentlichen Einnahmen der Gewerkschaftsorganisationen bestehen aus den
Beiträgen und den Eintrittsgebühren der Mitglieder. Die Grösse der
Jahresbeiträge für ein voll bezahlendes, in Arbeit befindliches Mitglied schwankt
zwischen 46"80 Kr (Buchdrucker) und einigen Kronen, wie im Verbande der
Zoll- und Postbeamten; die Eintrittsgebühren variieren zwischen 50 Ore und 3
Kr für das Mitglied. Bei Konflikten werden Unterstützungen in der Regel mit
9—15 Kr pro Woche und Mitglied, mit Zuschlägen für minderjährige Kinder,
gezahlt. Reichen die ordentlichen Einnahmen hierzu nicht aus, so werden von
den Mitgliedern Extrabeiträge erhoben. Die höheren Jahresbeiträge sind im
allgemeinen dadurch bedingt, dass einige Verbände, besonders die der gelernten
Arbeiter, Unterstützungskassen für arbeitslose, reisende und kranke Mitglieder
haben und deshalb höhere Beisteuern erforderlich machen.

Die an die Landesorganisation angeschlossenen Zentralverbände hatten im Jahre
1911 eine Gesamteinnahme von 2 125 184 Kr, und zusammen 1 939 515 Kr
Ausgaben, die auf folgende Weise verteilt waren: Verwaltung 213 747 Kr,
Landesorganisation 271 180 Kr, Konflikte 925 417 Kr, Agitation und
gewerkschaftliche Zeitungen 90 633 Kr, Reise- und Arbeitslosenunterstützung 218 343
Kr, sowie sonstige Ausgaben 116 245 Kr. Der Kassenbestand betrug im selben
Jahre insgesamt 914 631 Kr. Die Einnahmen der Landesorganisation
(ordentliche Jahresbeiträge von 1"20 Kr für jedes Verbandsmitglied) sowie deren
Ausgaben (für Verwaltung, Agitation und Konflikte) betrugen im Jahre 1911 321 637
bezw. 427 776 Kr; die Differenz war aus dem Kassenbestand genommen
worden, wobei gleichwohl noch ein Bestand 234 049 Kr verblieb. Die
Landesorganisation unterstützt zugleich die Einrichtung von Versammlungslokalen in den
Ortschaften für die organisierten Arbeiter. Im Jahre 1912 waren aus diesem
Volkshausbauf<jnds 73 derartigen Unternehmungen Darlehen von zusammen
204 365 Kr gewährt worden.

Neben der sozialdemokratisch beeinflussten Gewerkschaftsbewegung
stehen zwei separatistische Organisationen. Die eine, der 1899 gebildete
Schivedische Arbeiterbund, tritt für die Unabhängigkeit der gewerk-

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