Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - V. Soziale Bewegungen - 4. Sonstige soziale Bewegungen - Die Schwedische Nationalvereinigung gegen die Tuberkulose. Von B. Buhre - Rassenhygiene. Von V. Hultkrantz
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V. SOZIALE BEWEGUNG EN.
ljung angeschlossen. Ausser durch Mitgliederbeiträge und Zuwendungen wird
die Vereinigung finanziell gestützt durch Verkauf von Wohltätigkeitsmarken
und Formularen für Glückwunschtelegramme. Die Reineinnahme aus den
Wohltätigkeitsmarken während der Jahre 1904—12 belief sich auf 494 588’7y Kr.
Ihre Aufgabe sucht die Vereinigung unter anderem durch Aufklärung der
breiteren Volksschichten über die Tuberkulose zu erfüllen. In den Jahren 1904—
12 wurden insgesamt 1 292 Vorträge von eigens hierfür ausgesandten Ärzten
gehalten. Angehört wurden diese Vorträge von etwa 200 000 Personen. In
Stockholm ist eine Tuberkuloseausstellung veranstaltet, in der wöchentliche
Demonstrationen stattfinden. In den Jahren 1906—12 wurde diese Ausstellung
von 71 861 Personen besucht.
Eine Vierteljahrsschrift wird in über 20 000 Exemplaren herausgegeben,
aussei-dem wurden bis jetzt etwa 20 Flugschriften über die Tuberkulosefrage verteilt.
Zu Studien an Sanatorien werden an Ärzte und Krankenpflegerinnen
Stipendien vergeben, und zur Ausbildung von Krankenpflegerinnen in der
Fiirsorge-tiitigkeit werden Kurse abgehalten.
Die Nationalvereinigung beantragte seinerzeit die Einsetzung der
Regierungskommission, die eine Untersuchung der ganzen Tuberkulosefrage anstellte, und
auf deren Antrag später der Reichstag freigebig Mittel zu einer geregelten
Bekämpfung der Tuberkulose bewilligte. Die Vereinigung selbst hat, einige
Sanatorien, eine Landkolonie für arbeitsfähige Schwindsüchtige, Fürsorgestellen und
ein Kinderheim. Ein Wohnhaus für schwindsüchtige Arbeiter mit gesunden
Kindern unterhält die Vereinigung in Stockholm. Um die besten Methoden für
eine wirksame Bekämpfung der Krankheit zu studieren, wenn sie auf dem Lande
auftritt, errichtete die Vereinigung im Kirchspiel Neder-Luleå die
sozialhygienische Versuchsanstalt Hälsan, die gleichzeitig einer Einschränkung der
Ausbreitung der Krankheit in dem genannten Kirchspiel dienen soll.
Auf Kosten der Vereinigung werden in verschiedenen Länen gesunde Kinder
die durch Tuberkulose ihrer Eltern von der Krankheit bedroht sind, bei anderen
Familien in Pflege gegeben.
Die Vereinigung hat ausgedehnte Untersuchungen angestellt über das
Vorkommen der Tuberkulose in gewissen Landstrichen und bei gewerblichen
Arbeitern.
Als schwedische Unterabteilung der internationalen Tuberkulosevereinigung
hält die Nationalvereinigung die Verbindung zwischen den Interessen Schwedens
und denen des Auslandes im Kampf gegen die Tuberkulose aufrecht.
Rassen Hygiene.
Rassenhygiene. Das Interesse für die rassenhygienischen Probleme ist
während der letzten Jahre in Schweden in stetigem Steigen gewesen. Sie werden
lebhaft in Wort und Schrift debattiert, und einen Teil der sozialen Fragen beginnt
man nunmehr in erster Linie von rassenhygienischen Gesichtspunkten aus zu
betrachten. Das Verdienst hieran dürfte in nicht geringem Grade der
Abstinenzbewegung zukommen, die, wenn auch bisweilen in etwas einseitiger
Weise, die Verantwortung für das kommende Geschlecht und die
Notwendigkeit energischer Massregeln, um die Gefahr einer Degeneration des Geschlechtes
abzuwehren, betont. Auch in der Gesetzgebung haben diese Gesichtspunkte
sich geltend zu machen begonnen, wie z. B. in dem Gesetz über die Anwendung
von Minderjährigen und Frauen zu industrieller Arbeit (1900 und 1911), und
während der in Gang befindlichen Vorarbeiten für eine Reform der
Eherechts-gesetzgebung sind Gutachten von sachkundigen Behörden betreffs solcher medi-
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