- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Zweiter Teil : Gewerbe /
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(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - III. Landwirtschaft. Einl. von H. Juhlin Dannfelt - 1. Ackerbau. Von H. Juhlin Dannfelt

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DIE BEWIRTSCHAFTUNG DES ACKERBODENS.

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letzter Zeit Kalkstickstoff. Zunächst schien das Vertrauen auf die neuen,
bequemen Düngemittel eine gewisse Vernachlässigung des Viehdüngers mit sich
gebracht zu haben, während der letzten Jahrzehnte hat aber nicht nur der
kräftige Fortschritt der Viehzucht zu einer bedeutend vermehrten Menge dieses
wichtigsten Mittels zur Aufrechterhaltung der Fruchtbarkeit des Bodens geführt,
sondern es hat sich auch die Fürsorge der Landwirte der Aufbewahrung und
rationellen Anwendung desselben zuzuwenden begonnen. Chemische und
bakteriologische Forschungen und eine sehr umfangreiche Versuchstätigkeit sind zur
Klarstellung diesbezüglicher Fragen betrieben worden, und sie haben den Erfolg
gehabt, dass sowohl das Interesse für eine rationelle Düngung als die
Kenntnis ihrer besten Ausführung mehr und mehr- unter den Landwirten Verbreitung
gewonnen haben.

Auch bezüglich der Bearbeitung des Bodens ist eine entschiedene Besserung
eingetreten. Der Ackerboden wird tiefer bearbeitet, wodurch ein grösseres
Nährgebiet den Pflanzenwurzeln erschlossen wird und diese eine gleichmässigere
Feuchtigkeitszufuhr erhalten, und ausserdem macht sich immer allgemeiner ein
Bestreben geltend, dem Boden die Feuchtigkeit dadurch zu wahren, dass man
mittelst zweckmässiger Bearbeitung die Verdunstung von der Erdoberfläche aus
vermindert und das Aufsteigen des Wassers aus tieferen Erdschichten fördert.
Diese Fortschritte sind ermöglicht worden durch das Vorhandensein verbesserter
und den verschiedenen einzelnen Verhältnissen angepasster Gerätschaften, die
nicht zum wenigsten eine kräftig aufblühende einheimische Industrie den
Landwirten zur Verfügung gestellt hat. (Siehe ferner unten).

Während die Technik der Landwirtschaft so verbessert worden ist, ist auch
die Anordnung des Pflanzenbaus zu grösserer Intensität entwickelt worden.
Die alte Felderwirtschaft, bei der der Acker in 2—4 Felder geteilt war, von
denen eines brach lag und die übrigen Getreide trugen, waren durch die früher
herrschende Gemengelage der Ackergrundstücke bedingt, indem jede der
Feldfluren eines Dorfes auf sämtliche Mitglieder des Dorfes verteilt war (siehe
oben näheres); in dem Masse aber, wie die Zusammenlegungen zu mehr oder
weniger zusammenhängendem Besitz durchgeführt wurden, begann man zu
ergiebigeren Wirtschaftssystemen überzugehn. Solange Getreidebau die
hauptsächliche Einnahmequelle der Landwirtschaft war, fanden indes die intensiveren
Fruchtfolgen nur langsam Eingang bei der grossen Masse der Landwirte des
Landes, und noch in den 1860er Jahren, wo jährliche statistische Angaben
eingesammelt zu werden begannen, herrschte die Zwei- und Dreifelderwirtschaft vor,
erstere in den Mälarprovinzen, letztere in Götaland. Damit, dass grösseres
Gewicht der Viehzucht beigelegt zu werden begann und damit das Bedürfnis sich
einstellte, Futter auf dem Acker zu bauen, wurde der Ubergang zu intensiverem
Fruchtwechsel immer allgemeiner. Als gewöhnlichste Fruchtfolge kam
Feld-Graswirtschaft in Gebrauch, oft Koppelwirtschaft genannt, in 1 Schlägen, wobei
die mit Stallmist gedüngte Brache mit Winterfrucht besät wurde, worin Gras
eingesät wurde, das nach 3 Jahren umgepflügt wurde, um 2 Jahre hindurch Hafer
Platz zu machen. Ein solcher Fruchtwechsel ist aus verschiedenen Gründen,
besonders aber infolge der langen Pausen zwischen den Düngungen und der
geringen Gelegenheit zu einer gründlichen Bearbeitung des Bodens, allzu wenig
ergiebig, um den Ansprüchen der neueren Zeit zu genügen, und ist daher bei
höher stehendem Betriebe dahin geändert worden, dass er mehr oder weniger
sich der Wechselwirtschaft nähert, deren Hauptzüge sind: Abwechslung jedes
Jahr mit verschiedenartigen Saaten — reifem Getreide, Futterpflanzen und
Hackfrüchten — Düngung am besten zu jeder Saat je nach den besonderen
Anforderungen derselben sowie oft wiederkehrende gründliche Bearbeitung des
Bodens und Massnahmen zur Hemmung des Unkrauts. Besonders kommt diese
Entwicklung in zunehmendem Anbau von Hackfrüchten zum Ausdruck, nicht

4—130177. Schweden. II.

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