Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - III. Landwirtschaft. Einl. von H. Juhlin Dannfelt - 1. Ackerbau. Von H. Juhlin Dannfelt
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KNOLLEN- UND WURZELFRÜCHTE.
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Von der Kartoffel werden eine grosse Menge dem Aussehen und Geschmack
nach sehr verschiedener Sorten angebaut. In Nordschweden hat man im
allgemeinen die alten, gewöhnlich runden, gelbfleischigen und reich ergiebigen
Sorten beibehalten, deren geringe Widerstandskraft gegen Krankheit keine
Bedeutung in den genannten Gegenden besitzt, wo die »Kartoffelkrankheit» wenig
vorkommt, wohingegen wegen diese Schwäche ihr Anbau in den südlicheren
Teilen des Landes sich als unzweckmässig erwiesen hat. In Süd- und in
Mittelschweden sind daher die alten Sorten durch neuere, ergiebigere und in den
meisten Fällen gegen Krankheit widerstandfähigere verdrängt worden, die aus
Nordamerika, England und in letzterer Zeit besonders aus Deutschland eingeführt
worden sind. Von solchen mehr allgemein angebauten Arten sind besonders
zwei seit den 1870er Jahren hier in Aufnahme gekommene Sorten zu
erwähnen, die frühe, aber von Krankheit sehr leicht befallene rote amerikanische
Rosenkartoffel und die weisse englische Magnum bonum. Ferner werden
ziemlich allgemein angebaut die frühe weisse Speisekartoffel Early puritan, die
mittelspäte magnum-bonumähnliche Up to date und eine Menge ergiebiger und
stärkereicher, aber gröberer deutscher Sorten, wie die weissen Prof. Maercker, Geheimrat
Thiel, Richters Imperator und Silesia.
Der Zuckerrübenbau, der in Schweden bereits während des zweiten
Jahrzehnts des vorigen Jahrhunderts begonnen wurde, aber eigentlich erst seit den
1850er Jahren festen Fuss im Lande gefasst hat, ist allmählich
vorwärtsgegangen und hat in letzter Zeit eine verheltnismässig grossartige Entwicklung erreicht.
Nachdem während der Jahre um 1870 herum Versuche, den Zuckerrübenbau auch in
Mit te]sch weden einzuführen, misslungen waren und alle Rübenzuckerfabriken
nördlich von Schonen bald wieder ihren Betrieb hatten einstellen müssen, war
der Zuckerrübenbau lange auf diese Provinz beschränkt, die die besten
natürlichen Bedingungen dafür hat. Seit dem Beginn der 1890er Jahre ist indessen
der Anbau wiederum ausgedehnt worden und findet nunmehr auch in Halland,
Blekinge, dem südlichen Teil des Läns Kalmar und auf Öland, sowie in
öster- und Västergötland statt. Das Zuckerrübenareal ist seit der Mitte der
1890er Jahre von etwa 18 000 ha auf ca. 30 000 ha im Jahre 1911 angewachsen,
und auch die Ernte hat sich während derselben Zeit ungefähr verdoppelt; sie
belief sich während der Jahre 1901—10 auf 8 268 808 Tonnen oder 27’8
Tonnen pro ha, welche Ziffer wenig den Ernteziffern der in dieser Hinsicht
höchststehenden Länder, Niederlande und Belgien, nachsteht. Der Zuckergehalt
ist in stetigem Anstieg begriffen, so dass die Ausbeute an Rohzucker von 6"«
des Rübengewichts im Jahre 1870 auf 15’72 % im Jahre 1911 gestiegen ist.
Die Sorte, die angebaut wird, ist von dem deutschen Klein-Wanzenbenerstamm,
und das Saatgut wird aus Deutschland bezogen.
Ausser der bedeutenden direkten Einnahme, die der Zuckerrübenbau dem
Landwirt gewährt, bringt derselbe den Vorteil mit sich, dass der Boden
gründlicher bearbeitet und von Unkraut gereinigt sowie reichlicher gedüngt wird, als
die übrigen Anbaupflanzen es verlangen und bezahlen, wodurch vermehrte und
.gleichmässigere Ernten auch von diesen letzteren erhalten werden. Diese
Vorteile würde auch der Anbau der übrigen Hackfrüchte mit sich bringen, wenn
dieselbe Sorgfalt auf sie verwendet würde, was jedoch in der Regel nicht der
Fall ist. Auch ihr Anbau ist indessen geeignet, den Ertrag des Bodens und
ebenso auch den der Rindviehzucht durch die Beschaffung saftigen Futters zu
erhöhen, und die Grösse des Hackfruchtareals im Verhältnis zu der gesamten
Ackerbodenfläche kann daher aus guten Gründen als ein Massstab für den
Standpunkt der Landwirtschaft und der Rindviehzucht betrachtet werden.
Der Hackfruchtanbau hat erst in letzter Zeit allgemeinere Verbreitung
gefunden, trotzdem aber das dazu benutzte Areal während des letzten Vierteljahrhun-
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