Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - VI. Bergbau und Hüttenwesen. Einl. von C. Sahlin - 2. Eisenerzeugung. Von J. A. Leffler
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DIE FLUSSEISENERZ EUGUNG.
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mehr Eingang gewonnen, so dass gegenwärtig ungefähr die Hälfte der in Betrieb
befindlichen Hochöfen mit solchen versehen ist.
Die Gichtverschlüsse sind besonders vorteilhaft an den Plätzen, wo man
Verwendung für das Hochofengas für gewisse besondere Zwecke hat, z. B. für
Martinöfen, zur Erwärmung von Giesspfannen, Konvertern, Tieföfen, zur
Feuerung unter Dampfkesseln usw. Die Gichtverschlüsse, die in Schweden angewendet
werden, sind konstruiert von Disponent lt. Charleville und Doktor II. Tholander.
Charlevilles Gichtverschluss wurde 1887 eingeführt und Tholanders 1891.
Letzterer hat etwas grössere Verbreitung gefunden. Die Figuren zeigen einen
offenen schwedischen Hochofen sowie einen mit Charlevilles und einen mit
Tholanders Gichtverschluss, alle drei modern.
Die Kohle wird stets aufgegeben nach bestimmtem Volumen, das Kohlengicht
heisst. Sie ist verschieden bei verschieden grossen Öfen, gewöhnlich 14—18 hl.
Schon 1835 waren 35 schwedische Hochöfen mit Winderhitzern versehen.
Diese waren alle von Wasseralfinger Typ — liegende Eisenrohre — und sehr
klein, sodass sie eine Windtemperatur von nur 150°—200° C. gaben. Als die
Erzeugung von Bessemerroheisen begann, wurde der Bedarf an wärmerem Wind
dringend, und man baute da teils Winderhitzer mit stehenden Röhren, nach
Gjers’ System, teils solche von verbessertem Wasseralfinger Typ. Letztere sind
nunmehr ganz allgemein, und eine Windtemperatur von konstant 400°,
ausnahmsweise 500° C., kann mit ihnen ohne Schwierigkeiten erzielt werden.
Regenerativapparate sind nur in Domnarvet, Björneborg und Avesta in Anwendung. Der
Winddruck beträgt gewöhnlich 50—1.00 mm Quecksilbersäule.
Trockenapparate für Holzkohlen kamen in den 70er Jahren in Anwendung,
stehen aber jetzt nicht mehr in Gebrauch.
Der Durchsatz in schwedischen Hochöfen hält sich gewöhnlich zwischen 1
und 1 s/4 Ofenfüllungen pro 24 Std.
Die schwedischen Hochofenschlacken sind in der Regel saurer wie im Auslande
und nur in gewissen Ausnahmefällen, wie bei der Erzeugung von Spiegeleisen,
werden basischere Schlacken geführt. Im allgemeinen sind sie arm an Tonerde,
enthalten aber oft recht viel Magnesia und mitunter auch etwas oder einige
Prozent Manganoxydul. Da der Brennstoff — Holzkohle— sehwefelfrei ist, ist
es wirtschaftlicher, das Roheisen durch sorgfältige llöstung der Erze von
Schwefel zu befreien als durch die Führung einer basischen Schlacke, die stets
höhere Temperatur und mehr Schmelzwärme erfordert, zumal da die Röstung
einen anderen, höchst wesentlichen und bereits erwähnten Vorteil mit sich bringt,
nämlich den, dass die dichten und schwerreduzierbaren Magnetite, die
hierzulande in der Regel als Haupterze dienen, durch die Röstung poröser und leichter
reduzierbar werden und somit weniger Brennstoff im Hochofen erfordern.
An vielen Stellen wird die Schlacke zur Fabrikation von Schlackensteinen
gebraucht, wobei man sie ganz einfach vom Hochofen in gusseiserne Formen
rinnen lässt. Basische Schlacke taugt nicht für diesen Zweck. An anderen
Stellen wird die Schlacke granuliert und in dieser Form als Füllung für
Landstrassen und Eisenbahnunterbauten verwandt. Gemahlene Schlacke wird oft zur
Betonierung gebraucht. Fabrikation von »gepressten Schlackcnsteinen» kommt
ebenfalls in Schweden vor.
Das erzeugte Roheisen ist natürlich von verschiedener Beschaffenheit je nach
dem Zweck, dem es dienen soll.
Der Bedarf des Landes an Giessereiroheisen wird, wie schon gesagt, zum
grössten Teil importiert, und nur ein kleinerer Teil wird im Lande erzeugt.
Infolge der vollständigen Abröstung der Erze und der Schwefelfreiheit der
Holzkohlen ist das schwedische Roheisen ganz schwefelarm. Selten steigt der
Schwefelgehalt bis 0’os ’/., gewöhnlich hält er sich unter 0’02 %, und oft ist er
ungefähr O’oi % und darunter.
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