Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - VI. Bergbau und Hüttenwesen. Einl. von C. Sahlin - 2. Eisenerzeugung. Von J. A. Leffler
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DIE FLUSSEISENERZ EUGUNG.
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Im Jahre 1903 wurde zu Kortfors ein elektrischer Stahlofen für 3 t
vom Typ des Franzosen P. Héroult aufgestellt. Héroults Ofen ist ein
sog. Elektrodenofen, d. h. der elektrische Strom wird dem Ofen durch
Elektroden aus Kohle oder Grafit zugeführt. Im Jahre 1909 baute
man an demselben Platze einen ähnlichen Ofen für 7 t-Chargen.
Der letztgenannte Ofen besteht aus einem Blechmantel, der im Boden mit
basischem feuerfestem Material und im Gewölbe mit Quarzziegeln zugestellt ist;
und dieses letztere ist so angeordnet, dass es leicht abgehoben werden kann.
Die Charge wird durch je eine Türöffnung in den beiden Stirnwänden
eingesetzt und der fertige Stahl durch ein Stichloch an der einen Längsseite
abgegossen. Der Ofen wird hydraulisch gekippt. In den Elektrodenöffnungen im
Gewölbe ist Wasserkühlung angeordnet. Die Elektroden messen 550 mm im
Quadrat und 2 000 mm in der Länge. Sie werden an Ort und Stelle
fabriziert. Oben sind sie jede in einem heb- und senkbaren Halter befestigt und
mittels Kontaktplatten an die elektrische Stromleitung angeschlossen. Sie
werden so eingestellt, dass Lichtbögen zwischen ihnen und der Charge entstehen.
Der Strom, Einphasen-Wechselstrom, geht von der einen Elektrode über nach
der Schlackendecke und dem Bade und von diesem wieder durch die Schlacke
nach der anderen Elektrode. Die Spannung ist ca. 100 Voit, d. h. 50 "Voit
pro Elektrode. Die Charge wird kalt eingesetzt. Man erzeugt Werkzeugstahl
von hoher Qualität, sowohl gewöhnlichen Kohlenstoffstahl, wie auch
Schnelldrehstahl und andere legierte Stähle. Die Erzeugung beträgt ca. 400 t Stahl
jährlich.
Héroults Ofen zeichnet sich durch eine starke und haltbare Konstruktion aus
und ist leicht zu reparieren und zu bedienen.
Seit dem Jahre 1910 ist ein Elektrodenofen, Typ der
Aktiengesellschaft Elektrometall, zu Söderfors im Betrieb.
Der Ofen ist für 2t-Chargen bestimmt. Dem Aussehen nach gleicht er
Héroults Ofen, unterscheidet sich aber von diesem inbetreff der elektrischen
Anordnungen. Ausser den beiden Elektroden durch das Gewölbe ist nämlich
der Ofenboden selbst als Stromleiter ausgebildet. Zweiphasenstrom, oder zu
solchem transformierter Dreiphasenstrom wird diesem Ofen zugeführt, und der
Strom geht in ihm in vertikaler Richtung durch das Bad. Bei kaltem Einsatz
werden 950—1 250 Kilowattstunden pro t Stahl verbraucht.
Im Jahre 1912 wurde auf Hallstahammars Bolzenfabrik ein kleiner
Elektrodenofen (200 kg Charge) in Betrieb gesetzt, der von dem
schwedischen Ingenieur Ivar Rennerfelt konstruiert ist.
Der Ofen hat die Form eines liegenden Zylinders von ungefähr gleicher Länge
und Durchmesser und ist kippbar angeordnet. Die Zustellung ist basisch, auch im
Gewölbe. Jeder beliebige elektrische Strom kann verwendet werden, aber am
vorteilhaftesten dürfte es sein, in Zweiphasenstrom transformierten
Dreiphasenstrom mit einer Spannung von 100—110 Voit pro Lichtbogen zu benutzen.
Die Lichtbögen bilden sich zwischen drei Grafitelektroden — einer vertikalen
durch das Gewölbe und je einer horizontalen durch beide Stirnwände —, die
so angebracht sind, dass die Charge oder das Bad von den Lichtbögen nicht
berührt wird. Alle drei Elektroden können, wenn so erforderlich, in
vertikaler Richtung bewegt werden. Die Elektroden ertragen eine Belastung von
30—50 Ampère pro qcm.
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