- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Zweiter Teil : Gewerbe /
395

(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - VII. Industrie, Handwerk und Hausgewerbe. Einl. von Alf. Larson - 1. Nahrungs- und Genussmittel. Einl. von Alf. Larson - Wein- und Saftfabriken. Von Alf. Larson - Brauindustrie. Von P. Klason

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.

DIE BRAUINDUSTRIE.

o95

Jahrén wird die Herstellung, besonders der Limonaden, fabrikmässig betrieben,
aber gleichzeitig sind aus ökonomischen Gründen die natürlichen Beerensäfte in
den Limonaden durch künstliche Essenzen und der Zucker teilweise durch
Saccharin ersetzt worden, was der Beschaffenheit der Getränke nicht zum
Vorteil gereicht hat. Die Herstellung von Beerenwein im eigentlichen Sinne hatte
schon um die Mitte der 1870er Jahre einen gewissen Aufschwung genommen,
ging dann aber zurück und hat sich erst seit der Mitte der 1890er Jahre wieder
etwas gehoben, indem die Herstellung sich jetzt, auf mehr wissenschaftliche
Grundlagen und die Erfahrungen in anderen Ländern stützt.

Mehrere von Schwedens in reichlicher Menge vorkommenden, sowohl gezogenen
Beeren wie wilden Waldbeeren eignen sich sehr wohl für Weine. Der
Zuckergehalt in den Beeren ist jedoch so gering, dass man recht viel Zucker dem
Beerensaft zusetzen muss, um die passende Alkoholstärke zu erhalten. Durch
Anwendung der Hefe von Naturweinen zur Gärung kann man bis zu einem
gewissen Grade den Beerenweinen dasselbe Bouquet verleihen, wie jene es haben.
Beerenweine können auch zur Selbstgärung gebracht werden, d. h. die auf den
Beeren befindlichen Hefepilzarten rufen Gärung hervor, und man erhält dann
Weine von einem besonderen Typus, welche gleichfalls gut sein können, obwohl
man sich noch nicht an sie gewöhnt hat.

Die gesamte Anzahl der Fabriken zur Herstellung von Beerenweinen und
Säften betrug im Jahre 1911 35 mit einem Herstellungswert von 777 000
Kronen. Betreffs des Konsums von Weinen kann auf die Alkoholfrage verwiesen
werden. Der gesamte dort angeführte Verbrauch bezieht sich auf importierte
Weine.

Die Brauindustrie.

Malzlialtige Getränke sind in Schweden seit undenklichen Zeiten
hergestellt worden. Anfangs wurde alles Bier zuhause gebraut, und erst
nach und nach entwickelte sich eine Brauindustrie. Erst mit der
Einführung des bayrischen Brauverfahrens mit Dekoktion und Untergärung
durch Leutnant F. Rosenquist af Åkershult und seinen deutschen
Braumeister F. A. Beckman in den vierziger Jahren des vorigen
Jahrhunderts vollzieht sich im schwedischen Braugewerbe der Übergang vom
Handwerk zur Industrie. Eine weitere Sicherstellung der Brauindustrie
erfolgte in den achtziger Jahren, als Emil Chr. Hansen seine wichtigen
Entdeckungen betreffs der Reinkultur der Hefe machte, die für die
Brauereitechnik höchst bedeutungsvoll wurden.

Die schwedische Brauindustrie ist in ihrer Entwicklung im
grossen ganzen der deutschen gefolgt und steht wohl gegenwärtig auf
derselben hohen Stufe wie jene. In der Mälzerei hat man
verschiedentlich die Handarbeit durch Maschinen ersetzt (pneumatische
Trommelmälzereien und mechanische Grünmelzwender). Im Brauhause ist an
Stelle des Kochens mit direktem Feuer unter Maisch- und Braupfannen
das Kochen mit Dampf getreten, durch neue Maischverfahren hat man eine
grössere Ausbeute erzielt, der Läuterbottich wurde verbessert und durch
Filterpressen ersetzt, durch Einführung von Apparaten zur Zerquetschung
und Sortierung des Hopfens eine Ersparnis an dem lelzteren erreicht. In den
meisten grösseren Brauereien ist das Kühlen mit Natureis durch
Kühlmaschinen ersetzt. Während man. wie bereits erwähnt, in Schweden im

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Mon Dec 11 19:14:32 2023 (aronsson) (download) << Previous Next >>
https://runeberg.org/schwed13/2/0407.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free