- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Zweiter Teil : Gewerbe /
711

(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - X. Verkehrsmittel - 6. Fernsprechwesen. Einl. von E. Halling

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DAS FERNSPRECHWESEX.

711

Eernsprechwesens, wenigstens während einer langen Periode der
Entwicklung des Telephons, eine führende Stellung innegehabt. Nicht nur hat man
.sich in Schweden alle technischen Verbesserungen zu eigen gemacht und
durch Erfindungen neue eingeführt, sowohl auf dem Gebiete der
Apparatkonstruktion als auf dem der Einrichtung der Amter und des Netzbaus,
sondern auch in quantitativer Hinsicht hat eine solche Entwicklung
stattgefunden, dass Schweden im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl mehr
Telephone gehabt hat als irgend ein anderes Land und gegenwärtig nur
von einem Lande in Europa, nämlich Dänemark, sowie von den
Vereinigten Staaten von Nordamerika übertroffen wird.

Das Fernsprechwesen in Schweden begann in der Form privater
Telephongesellschaften, von denen jedoch die meisten später veranlasst worden sind,
ihre Netze an den Staat zu verkaufen, als dieser selbst begann Fernsprechanlagen
zu bauen. Die grösste der privaten Gesellschaften, die Aktiengesellschaft
Stockholmstelefon, entstanden durch Verschmelzung der beiden ursprünglichen
Gesellschaften Stockholmer Belltelephon-Aktiengesellschaft und Stockholmer
Allgemeine Telephon-Aktiengesellschaft, besteht jedoch noch als ein nicht
unbedeutender Konkurrent neben dem staatlichen Fernsprecher fort, da die
Vorschläge zum staatlichen Einkauf derselben, die zu wiederholten Malen gemacht
worden sind, an der Weigerung des Reichstags, die verlangte Entschädigung zu
zahlen, gescheitert sind.

Das erste Fernsprechnetz in Schweden wurde im Jahre 1880 von der Stockholmer
Belltelephon-Aktiengesellschaft angelegt. Ungefähr gleichzeitig wurden
Fernsprechnetze in Gotenburg (1881), in Malmö und Sundsvall sowie einigen kleineren
Städten (1881 oder in den nächstfolgenden Jahren) angelegt. Um die
Verbindung zwischen den staatlichen Behörden zu vermitteln, wurde 1881 in
Stockholm ein zweites Netz, angelegt von der Kgl. Telegraphenverwaltung, eröffnet,
und im Jahre 1882 wurden auch von der Telegraphen Verwaltung, ausser verschiedenen
Verbindungen zwischen Telegraphenämtern und Privatgeschäften, Fernsprechnetze
in Uddevalla und Härnösand angelegt.

Gleichzeitig mit diesen ersten Anlagen und während der nächstfolgenden
Zeit begannen an fast allen bedeutenderen Orten im Lande private Fernsprechvereine
sich zu bilden. Diese Vereine, die eine wichtige Rolle für die Entwicklung des
schwedischen Fernsprechwesens gespielt haben, wurden in der Regel von einer
grösseren oder geringeren Anzahl Personen in einer Stadt oder einem Landesteil
gebildet, die selber einer Fernsprechverbindung benötigten. Das für das gemeinsame
Zentralamt nötige Kapital wurde zusammengeschossen, Apparate u. dgl. wurden
gemeinschaftlich eingekauft, ein jeder aber bezahlte für den Teil davon, den er
benutzte, und gewöhnlich baute und unterhielt auch ein jeder seine Leitung.
Die Verwaltung wurde, meistens unentgeltlich, von einem Ausschuss der
Vereinsmitglieder besorgt, und da ein jeder seine Leitung unterhielt, war die
jährliche Gebühr, die nur für die Unterhaltung und Bedienung des Zentralamtes
erforderlich war, sehr unbedeutend.

In einigen grösseren Städten nahmen indessen gewöhnliche, auf Gewinn abzielende
Aktiengesellschaften das Fernsprechwesen in die Hand. Dass die Gebühren dabei
sich etwas höher stellten, liegt in der Natur der Sache, um so mehr als die Ansprüche
an die technische Güte der Anlage dort im allgemeinen höher gestellt wurden.

Eine Verbindung der einzelnen Netze an verschiedenen Orten kam allmählich
zustande, in dem Masse wie die Entwicklung der Technik Gespräche auf grössere
Entfernungen hin zuliess. In den meisten Fällen wurden die hierzu nötigen
Mittel durch Zusammenschiessen beschafft, und auch für Gespräche zwischen
verschiedenen Orten wurde keine besondere Gebühr erhoben.

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