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SVENSK BOTANISK TIDSKRIFT. 1919. Bp 13, H. 1.
ERBLICHKEITSVERSUCHE MIT EINER DEK-
ANDRISCHEN CAPSELLA BURSA
PASTORIS (L.)
VON
K. V. OSSIAN DAHLGREN
Vor nahe einem Jahrhundert beschrieb Opiz (1821, S. 436) ein
Hirtentäschel aus Böhmen unter dem Namen Capsella apetala. Diese
war durch das Fehlen der Kronblátter ausgezeichnet, und ferner
waren stattdessen vier extra Staubblätter hinzugekommen. »Ich
forschte» schreibt er (l c. S. 439) »durch volle zwei Jahre nach,
um nur einzelne Blüthen zu finden, in denen das gewohnte Ver-
hältniss zurückgekehrt wäre — allein umsonst! Ich nahm daher,
eingedenk des Grundsatzes unsres würdigen Vaters LiNNÉ, der da
sagt: ”Cultura tot varietatum mater, optima quoque varietatum
examinatrix est’, zur Aussaat des Samens meine Zuflucht — —». Die
Nachkommenschaft bestand aus lauter dekandrischen Individuen. Er
fand jedoch nach langem Suchen einige wildwachsende Exemplare
»in denen in einzelnen Blüthen sich bald ein oder das andere Staub-
gefäss in Blumenblätter verwandelte. Die Konstanz des neuen
Typus bei Samenaussaat liess es ihm als berechtigt erscheinen, eine
neue Spezies, Capsella apetala, »floribus apetalis, decandris»
aufzustellen.
In demselben Jahre, 1821, wurden »auf allen Wegen» in Wien
dekandrische Capsella-Individuen angetroffen (TRATTINNICK 1821, S.
723). Übergänge zwischen Staubfäden und Kronblättern waren
nicht selten. TRATTINNICK machte keine Kulturversuche.
Während der folgenden Jahre wurde Capsella apetala in Braun
schweig von WIEGMANN (1823, S. 297) angetroffen, welcher glaubte-
»dass diese Abnormität von zu schnellem Wachsthum bei der Dürre
herrührt». Nach Aussaat bekam er meist dekandrische, aber auch
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