- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 13. 1919 /
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völlig normale Individuen. »Sie ist also bloss eine Varietät» lautet
demnach sein Urteil über die Opizsche Art.

SCHLECHTENDAL (1823, S. 346) und DE CANDOLLE (1827, I, S. 497)
haben jedoch gleichwie Orız die dekandrische Capsella bei Samenaus-
saat konstant gefunden, und nach LE Maour (1844 S. 176) hat
Jacquin dieselbe Erfahrung gemacht.

Es lassen sich nun zwei apetale Typen von Capsella unterschei-
den. Bei dem einen, den Murseck neuerdings (1918) als »stami-
nale Pseudapetalie» treffend bezeichnet hat, kommt nur eine schein-
bare Apetalie zum Vorschein, indem die Kronblätter zwar fehlen,
ihre Anlagen aber in Stamina verwandelt sind. Dem anderen gehen
die Kronblätter ebenfalls ab, ohne aber durch extra Staubblätter
vertreten zu sein. Unzweifelhaft sind nicht alle kronenlose Capsellae
einer einheitlichen Rasse zuzurechnen.

Diese Tatsache wird auch durch die Untersuchungen von Arw-
QuisT (1907) bestätigt, der sich lange Zeit mit Capsella-Kulturen
beschäftigt und einen Versuch gemacht, eine monographische Behand-
lung der verschiedenen Rassen zu geben. Er hat unter seinen
»Elementararten» mehrere apetala-Formen gefunden, welche ich hier
anführen will:

Capsella b. p. (L.) bremensis E. At. var. apetala. Aus Bremerhafen.
Kronblätter ganz fehlend. »Ungewiss ob dieses Merkmal konstant ist»
(S. 34). ;

Capsella b. p. (L.) rhombea E. At. var. apetala. Aus Danviken bei
Stockholm. »Beim Säen der Samen von einem Individuum entwickeln
sich sowohl Individuen mit allen Blumenblättern wie auch Individuen
ganz ohne solche» (S. 60).

Capsella b. p. (L.) litoralis E. At. f. Coronopus E. At. Aus Södertälje
und Holmboda bei Rosersberg (unfern Stockholm). »Blumenblätter fehlen
beständig, Staubfäden 10» (S. 78).

Capsella b. p. (L.) viarum E. At. Aus Stockholm. »Blumenblätter
kommen bei gewissen Individuen vor, bei einigen nur bei den ersten
Blüten» (S. 78).

Capsella b. p. (L.) tenuissima E. At. var. apetala. Aus Simrishamn in
Schonen. »Wie es scheint vollständig und konstant ohne Blumenblätter,
aber nicht lange genug beobachtet» (S. 80).

De Vries (1901, S. 478) und MurBEcK (1918, S. 30) haben auch
von apetalen Capsella-Pflanzen berichtet, und weitere Literatur-
angaben finden sich bei PEnziG (1890, S. 267). Es ist jedoch nicht
meine Absicht, hier alle apetalen Funde aufzuzählen, die sich aus
der Literatur und den Herbaren hervorsuchen lassen mógen. Die
angeführten Fälle mögen genug sein. Ausser den Individuen, denen

Svensk Botanisk Tidskrift 1919 t

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