- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 13. 1919 /
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Die vier Wurzeln im ersten Falle haben demnach als Ausdruck
für die bei Gelegenheit der Fixierung herrschende Zellteilungsinten-
sität Werte, die von 2 bis 34,5 variieren. Ein solcher Wert wie 2
in diesem Falle beruht, wie ich nach und nach herausgefunden habe,
auf Abnormitäten, auf die ich hier nicht näher eingehen will.
Derartige extrem niedrige Werte dürfen daher in diesem Zusammen-
ihange nicht mitgerechnet werden. Die gewöhnliche Schlagweite für
die Variation liegt zwischen 10 bis 15 und 40 bis 50. Ob für die
Bestimmung derselben das Zellenalter mitspricht, wie KARSTEN (1915
u. 1918) es für möglich hält, habe ich nicht ermittelt, da das Ma-
terial für diese Aufgabe noch unbearbeitet ist.

Da es bekannt war, dass Eintritt und Verlauf von Kernteilungen
sich gegen äussere Verhältnisse empfindlich zeigen, liess ich es mir
angelegen sein, diese für die Wurzeln so gleichförmig wie möglich
zu gestalten. Ich liess sie in mit Filtrierpapier bekleideten Glas-
schalen bei konstanter Dunkelheit (Behandlung und Beobachtungen
wurden bei rotem Licht ausgeführt) und Temperatur und mit
gleichen Abständen untereinander keimen und wachsen. Aber
die Variation in der Zellteilungsfrequenz war dieselbe wie zuvor.
Ich dachte mir daher als einzige Möglichkeit, dass diese gleichmäs-
sigen Schwankungen in den Teilungszahlen auf einer Periodizität
in der Zellteilungsintensität einer jeden Wurzel beruhen müssten.
Dieser Rhythmus (ob er regelmässig ist, lasse ich einstweilen aus-
ser Betracht) wäre dann eine für jede Wurzel individuelle Erschei-
nung, denn die Abwesenheit eines synchronen Verlaufes beweist
vollständige Unabhängigkeit von dem Wechsel von Tag und Nacht
(bei Wurzeln, die im Tageslicht Nachtdunkel gewachsen waren,
war die Variation gleichfalls dieselbe), und sie deutet ausserdem auf
Selbständigkeit des Rhythmus auch gegenüber anderen Variationen
in der Aussenwelt. Mit anderen Worten der Rhytmus würde auto-
nom sein.

Den Begriff autonom nehme ich hier in Gemässheit der Pfeffer-
schen Definition desselben. Doch finde ich es notwendig, dieser
eine schärfere Formulierung zu geben. Nach der Diskussion, die
zwischen hauptsächlich PFEFFER (das letztemal 1915) und KNIEP
(1915) einerseits und Kress (das letztemal 1917) andererseits ge-
führt war, hatte es den Anschein, als ob Kress tatsächlich Grund
für seine Behauptung gehabt hätte, dass der Pfeffersche Autonomie-
begriff zweideutig sei. Er gibt nicht deutlich genug an, wo die
‚Grenze gezogen werden soll, wenn es gilt zu bestimmen, welche

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