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SVENSK BOTANISK TIDSKRIFT. 1922. Bp. 16, H. 3—-4.
DIE RIESEN-LOBELIEN AFRIKAS.
VON
ROB. E. unp TH. C. E. FRIES.
In einem früheren Aufsatz dieser Zeitschrift gaben wir eine
Übersicht über die alpinen Riesen-Senecionen Afrikas. Ebenso
charakteristisch wie diese für die afrikanischen Hochgebirge sind
die Riesen-Lobelien. In bezug auf die vertikale Verbreitung besteht
ein bedeutender Unterschied; die Riesen-Senecionen sind an die
oberhalb der Waldgrenze liegenden Teile der Hochgebirge gebunden,
nur ausnahmsweise findet man einzelne Exemplare der weniger
hochalpinen Arten, die bis auf die mit alpiner Vegetation bekleide-
ten Lichtungen im allerobersten Teil der Bambusregion herabgehen.
Unter den Riesen-Lobelien gibt es mehrere ausgeprägt hochalpine
Arten, aber ausserdem viele, von denen eine jede innerhalb ihrer
bestimmten Höhenzone in den verschiedenen Gebieten der tropischen
afrikanischen Hochgebirge auftritt. Es gibt sogar eine Riesen-
Lobelie — L. longisepala —, die nicht an höher gelegene Gegenden
gebunden ist, deren Heimat vielmehr der tropische Regenwald ist.
Alle übrigen bisher bekannten sind indessen Berg- oder Hochland-
arten und treten selten oder nie in geringerer Höhe als ca. 1500
m über dem Meere auf.
Die ersten Angaben über Riesen-Lobelien der afrikanischen Berg-
gegenden sind folgende: Im Jahre 1838 beschrieb FRESENIUS in
der "Flora" die erste Art, die jetzt (vgl. unten) Lobelia Rhynchope-
talum heisst, und gab später (1839) ein sehr gutes Bild derselben
im Museum Senckenbergianum (tab. 4). Es dauerte nicht lange,
so beschrieb HocusrETTER in der “Flora Abyssinica* (1851) die
zweite Riesen-Lobelie Abessiniens, unsere jetzige L. giberroa. Die
nächste Art, L. Deckenii, wurde auf dem Kilimandjaro während
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