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von einem sehr feinmaschigen Netzwerk, das ausschliesslich aus
achromatischer Substanz besteht, ausgefüllt. Es sei hier bemerkt,
dass ich im folgenden die beiden Termini Chromatin und Linin
oder achromatische Substanz in ihrer gewöhnlichen Bedeutung (vergl.
Flemming 79) gebrauche, weil sie die Beschreibung sehr erleichtern,
ohne etwas Bestimmtes darüber zu äussern, ob sie in der
Wirklichkeit zwei verschiedenen Substanzen entsprechen, was ja nur
durch chemische Untersuchungen festgestellt werden kann (vergl.
van Wisselingh 99, Grégoire et Wygaerts 03 und Grégoire 06).
Die Fig. 1, Taf. II von Calendula repräsentiert das sogenannte
Buhe-stadium der Gonotokonlenkerne dieser Pflanze. Die Kerne scheinen
ziemlich lange darin zu bleiben. Wenigstens habe ich häufig
beobachtet, dass mehrere Pollenfächer desselben Schnittes von solchen
Kernen angefüllt waren, und das war auch in den benachbarten
Blüten desselben Köpfchens der Fall. Die im Lininnetz eingelagerten
Chromatinkörperchen sind sehr deutlich wahrzunehmen und
stimmen in ihrer Anzahl approximativ mit der vegetativen
Chromoso-menzahl überein, die bei dieser Pflanze 28 beträgt. Einen exakten
Wert der Anzahl habe ich nicht bekommen können, dazu sind die
Klümpchen allzu zahlreich. Meistens erhielt ich einen zu niedrigen
Wert. Es leuchtet jedoch jedem ein, dass einige von ihnen leicht
von dem ziemlich grossen Nucleolus — häufig sind es deren zwei —
verdeckt sein können oder sich in anderer Weise der direkten
Wahrnehmung entziehen (vergl. Bosenberg 08).
Ich bin der Meinung, dass diese Körperchen mit Ilecht
Prochromosomen im engeren Sinne genannt werden können.
Bemerkenswert ist, dass sie schon von Anfang an meistens zu Paaren
geordnet sind, Fig. 1. In jüngeren Stadien liegen die beiden zu einem
Paare gehörigen Prochromosomen ziemlich von einander entfernt.
Sie haben jedoch offenbar die Tendenz, sich einander zu nähern.
In Stadien, die ein wenig älter sind als das in Fig. 1, also wie in
Fig. 2, liegen sie einander so nahe, dass es den Eindruck einer
Längsspaltung gewährt. Ich glaube jedoch nicht, dass die
Gamo-somen wirklich die beiden Längshälften einer und derselben
Chro-matinanlage sind, was Hacker (07) als möglich hinstellt. Dem
widerspricht nämlich die Tatsache, dass solche dichtliegenden
Ga-mosomen wie gesagt nur in Kernen, die das Buhestadium
verlassen haben und in denen das Lininnetz sich aufzulockern begonnen
hat und die Fadenstruktur hervorgetreten ist, zu sehen sind, Fig’g. 2, 3.
In dem Ruhestadium, Fig. 1, sieht man dagegen noch einzelne un-
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