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Taphrina andina erzeugt, wie oben gesagt, niemals Hexenbesen
und weicht schon hierdurch von T. Cerasi ab. Ihr deformierender
Einfluss beschränkt sich auf das Hervorrufen von Flecken und
Beulen an dem angesteckten Blatte (Fig. l). Die angegriffenen
Blattteile färben sich hier wie bei mehreren andern von
Taphrina-Arten besetzten Rosaceen mehr oder weniger kräftig rot und
überziehen sich, sobald die Asci hervorbrechen, mit einem grauweissen
Reif.
Das vegetative Mycel, das sich interzellular im Blatte verbreitet
(Fig. 2), scheint nur auf dieses beschränkt zu sein. Trotz des
sorgfältigsten Nachsuchens ist es mir nämlich nicht gelungen, irgend
welche Spur desselben im Blattstiele nachzuweisen; die Gelegenheit,
eine Sprossachse mit infizierten Blättern zu untersuchen, habe
ich nicht gehabt. Die Flecken sind wahrscheinlich durch
Infektion mittels einer Spore bezw- einer Konidie hervorgerufen, also von
aussen her, und nicht, wie bei den übrigen auf Prunus lebenden
Taphrinaceen, durch ein in der Sprossachse des Wirtes
perennierendes, beim Beginn der Vegetationsperiode Ausläufer in die jungen
Blattorgane aussendendes Mycel. Gegen ein perennierendes Mycel
spricht auch die gerundete Form der Flecken, wozu noch kommt,
dass die Blattspreite um dieselben herum durchaus gesund ist,
weshalb die Infektion dasselbe Aussehen hat, wie bei Arten, denen
es an Dauermycel fehlt. Andrerseits darf der Umstand nicht
unbeachtet bleiben, dass auch Arten mit mehrjährigem Mycel für ihre
Verbreitung auf erneuerte Infektion mittels Sporen angewiesen sind,
und es ist ja nicht ausgeschlossen, dass es sich hier um eine
solche handelt. Der interzellulare Verlauf des Mycels im Blatte spricht
jedoch für das Vorhandensein eines Dauermycels, wie es schon bei
Taphrina auf Prunus bekannt ist. An dem mir vorliegenden
Material habe ich leider nicht entscheiden können, ob T. andina ein
Dauermycel besitzt oder nicht, was ich also künftigen
Untersuchungen zur Entscheidung überlassen muss.
Bei der Bildung der Asci erzeugt das vegetative Mycel sowohl
auf der Unter- als auch auf der Oberseite des Blattes ein aus
ferti-len Hyphen bestehendes subcuticulares Hymenium (Fig. 2, 3 und
4). Die vollentwickelten Asci sind zylindrisch und im allgemeinen
nach der Basis hin etwas verschmälernd (Fig. 5). Oben sind sie
gerundet-platt, unten dringt die Ascuswand öfters ganz schwach
abwärts in die Stielzelle. Die Länge der Asci schwankt von 27
bis 34 «, ihre Breite von 9,5 bis 13,6 /1; die häufigste Länge ist 30
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