- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 4. 1910 /
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Svensk Botanisk Tidskrift, 1910. Bd 4, n. 1.

ÜBER DIE SYNGENESIE DER VI OL A-ANTH E R E N.

VON

KURT FALCK.

Die Verwachsung der Staubblätter unter einander gilt als das
Kennzeichen verschiedener Familien. Eine wirkliche Verwachsung
dürfte jedoch nur bei den Filamenten zu finden sein, nicht bei den
Antheren (Linnés Klassen XVI, XVII und XVIII). Drude (Schenk,
Handbuch der Botanik I pag. 725) schreibt hierüber: »Zuweilen
verschmelzen die Antheren der Stammen, welche man alsdann
synandrisch oder syngenesisch nennt; dieses Zusammenhängen bei
frei bleibenden Filamenten entspricht nicht einer regulären
Verwachsung, es ist vielmehr nur durch Druck auf die schwellenden
Antheren von Seite des engen Corollentubus bewirkt, und es hält
daher nicht schwer, solche syngenesische Stammen von einander
völlig zu trennen.»

Compositae, Lobelia, Impatiens und Viola zeigen die bekanntesten
Beispiele von zusammenhängenden Antheren. Linné führte sie
sämtlich zur Klasse XIX, Syngenesia. Tschirch hat diese
Erscheinung bei Compositae untersucht und gefunden, dass es sich hier nicht
um eine Verwachsung im gewöhnlichen Sinne handelt, dass aber die
Cuticulae der Antheren zusammengewachsen sind und dadurch den
besonders starken Zusammenhang zuwegebringen.

Ich habe die Erscheinung bei den Vfo/a-Staubblättern untersucht
und zwar folgender Arten: V. hirta L., V. epipsila Ledeb., V.
Rivi-niana Rchb., V. montana L., V. tricolor L., V. arvensis Murr. Alle
untersuchten Blüten waren chasmogam.

Ein gutes Bild von den Viola-Staubblättern erhält man aus der
folgenden Beschreibung von Reiche und Taubert (Engler-Prantl,
Natürl. Pflanzenläm. III: 6): »Staubblätter hypogyn, seltener fast
perigyn, frei oder leicht zusammenhängend, mit sehr kurzen, fast

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