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Die dazu gehörenden Sorten, wenigstens Noble und ähnliche, treten in
zwei Formen auf, die in allen Beziehungen einander so unähnlich sind,
dass jeder, der ihre Zusammengehörigkeit nicht kennt, sie für zwei sehr
verschiedene Sorten oder Arten halten würde. Die eine, die sehr grosse
und zweigeschlechtige Blüten besitzt, hat ausser mehreren
morphologischen Kennzeichen auch eine physiologische Eigenschaft besonderer Art.
Sie wird nämlich ausserordentlich leicht von einem Schmarotzerpilz
(Mycosphaerella Fragariae) angegriffen, der an den Blättern kleine
dunkelviolette und in der Mitte bald hellgrau werdende Flecken verursacht.
Diese Flecken finden sich so regelmässig, wenigstens an den ätteren
Blättern, dass man sie erfolgreich zum Erkennen dieser Form benutzen
kann.
Die zweite Form, die kleine Blüten mit verkümmerten Staubgefässen
hat und somit als weiblich auszusprechen ist, besitzt ein bedeutend
kräftigeres Wachstum, lange, über die Blüten hinausreichende Blattstiele, nicht
so glänzend grüne Blätter wie die zwitterblütige Form, und treibt früher
im Sommer zahlreiche und schnell wachsende Ausläufer. Sie hat also
die Fähigkeit der kräftigen vegetativen Vermehrung als einen Ersatz für
die Unfähigkeit, sich, wenn von der zwitterblütigen Form getrennt, auf
geschlechtlichem Wege fortzupflanzen. Diese Form wird unter keinen(?)
Umständen von dem eben genannten Pilze angegriffen. Ich habe sie
durch Beschädigung der Wurzeln und durch Trockenhalten so sehr
misshandelt, dass sie fast alle Blätter verlor, aber von dem Pilze wurde sie
nicht angegriffen, der unter denselben Verhältnissen die Pflanzen der
zwitterblütigen Form sehr arg beschädigte.
Wenn sich diese beiden Formen nebeneinander auf demselben Boden
vegetativ vermehren, kann es vorkommen, dass alle Nachkommen der
zwitterblütigen Form alle Eigenschaften der Mutterpflanze behalten, und
dass alle Nachkommen der weiblichen Form weiblich werden. Aber eine
Gewähr hierfür gibt es nicht. Das Gewöhnlichste ist, dass wenigstens
einige Prozent der Nachkommen ihre Natur geändert haben, so dass
weibliche Pflanzen bei der Vermehrung einer zweigeschlechtigen Staude, und
umgekehrt entstehen. Häufig kann die Anzahl der so veränderten
Pflanzen recht gross sein. In einem meiner Versuche hatte sich auf einem
Stück des Beetes, in das Sprosse zweier, von derselben weiblichen Pflanze
abstammenden weiblichen Pflanzen gesteckt waren, die Mehrzahl in
zwitterblütige verwandelt. Von 33 Pflanzen hatten nämlich nicht weniger als
26, also 79 %, die zwitterblütige Form angenommen.
Die wenigen, welche die weibliche Form behalten hatten, standen hier
gruppenweise zusammen. Bei der Untersuchung der Bodenerde zeigte
es sich, dass dieselbe an verschiedenen Stellen sehr verschieden war.
Der Boden bestand aus Lehm, der aber an den Stellen, wo die
gruppenweise stehenden Pflanzen die Eigenschaft der weiblichen behalten hatten
bedeutend lockrerer und humusreicher sowie offenbar auch
stiekstoffrei-cher war als überall da, wo die zwitterblütige Form anfwuchs. Dass
die Ursache der Entstehung der zwitterblütigen aus der weiblichen Form
in einer besonderen Beschaffenheit des Bodens lag, geht deutlich aus der
Tatsache hervor, dass ausschliesslich weibliche Pflanzen entstanden wa-
Soensk Botanisk Tillskrift 1910. 20
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