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repens fanden Coulter and Chamberlain (31, S. 53) im Herbste völlig
entwickelte Embryosäcke. Eine so weit getriebene Entwicklung ist
gewiss sehr selten und dürfte ausserdem nur bei Crocus vernus (70, S. 161),
Viscum album (71, S. 556) und Daphne Laureola (67, S. 47) ganz
sichergestellt sein. Ich kann diese Liste mit Daphne Mezereum und Empetrum
nigrum (siehe unten) ergänzen. Da nur wenige Pflanzen
mikropheno-logisch — sit venia verbo — untersucht sind, habe ich geglaubt, dass
es nicht ohne Interesse sei, nachzuweisen, wie sich die nordischen
Ericaceen verhalten. Meine einschlägigen Untersuchungen wurden im
Frühjahr 1912 begonnen und in Fällen, wo es als notwendig
angesehen wurde, im Herbste desselben Jahres fortgeführt.
Die Blüten eines Jahres werden also bei den meisten Arten im
vorhergehenden Jahre angelegt. Wenigstens bei den meisten Arten
findet man die ersten Anlagen bereits früh im Sommer, kurz nach
der Blütenperiode. Ich habe z. B. im mittleren Schweden bereits
im Juni deutliche Blütenknospen bei Ardostaphylos iwa ursi und
Ledum palustre gesehen. Bei jener waren am 16. Juni die ersten
Anlagen des Gynöceums und Andröceums sichtbar, bei diesem war
am 30. Juni das Gynöceum völlig entwickelt, mit wohl markierten
Plazenten, und die Staubblätter waren mit deutlich abgesetzten
Antheren, wo die Archesporpartieen ihre Ausbildung begonnen
hatten, versehen. Die ersten Spuren der Samenanlagen bei einer
Art habe ich am 6. August gefunden, und zwar bei Arclostaphylos
alpina, die ich in der Regio alpina eines Hochgebirges in Dalarne
untersuchte. Die Samenanlagen waren als im Fruchtfach frei
herabhängende Körper sichtbar. Von dem Integument und
Ar-chespor war nichts zu sehen. Bei dieser Art habe ich auch die
im Herbste am weitesten entwickelten Samenanlagen gefunden.
Am 7. Oktober hatte nämlich bei einem im hiesigen Garten
kultivierten Exemplare die Anlegung des Integurtients begonnen, und
eine Zelle war als Embryosackmutterzelle differenziert. Das
entsprechende Stadium erreicht A. uva ursi erst im folgenden Frühling
(April), aber auch bei dieser sind die Samenanlagen im Herbste
angelegt. Wie weit die Entwicklung unsrer übrigen alpinen
Ericaceen fortschreitet, habe ich nicht untersuchen können. In jungen
Blütenknospen von Phyllodoce coerulea, die in der Nähe von
Kvikkjokk (im nördlichen Lappland) am 11. Juli eingesammelt
wurden, fanden sich noch Tetraden in einigen Samenanlagen. In
den jüngsten bei derselben Gelegenheit eingesammelten Knospen von
Cassiope hypnoides war die Embryosackmutterzelle noch nicht sichtbar.
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