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Fig. 1, Taf. 2 giebt ein ziemlich interessantes frühes Prophasen-
stadium in der grossen, d. h. zweiten Zelle des Karpogonastes
wieder, die, wie soeben erwähnt, wegen der Grösse des Zellkerns
sich zu Kernstudien vorzüglich eignet. Dieses Prophasenstadium
zeigt nämlich, dass die Chromosomen deutlich in der Weise gebildet
werden, dass Chromatinmaterial in mehr oder weniger regelmässigen
Reihen oder in kleinen Ketten längs dem Netzwerk des Linins an-
gehäuft zu werden beginnt. Derartige Stadien habe ich zuvor so-
wohl bei diploiden als bei haploiden Kernen beobachtet und auch
abgebildet (SvEDELIUS, »Generationswechsel» 1911, S. 307, Fig. 41, 42,
48, Taf. 3 sowie Fig. 51, 54, 55, Taf. 3), obwohl die fragliche Er-
scheinung zuvor sich lange nicht so deutlich dargeboten hat wie
jetzt in Fig. 1, Taf. 2. Sehr schöne derartige Prophasenstadien
sind von YAMANOUCHI (1906) von Polysiphonia violacea abgebildet
worden, welche Anfangsstadien zu Chromosombildungen von ihm
als »Prochromosomen» bezeichnet werden (a. a. O., S. 404). Ist der
Kern nicht so gross und aufgetrieben, so kann das Stadium ein
fast spiremähnliches Aussehen erhalten, wie z. B. in Fig. 7, Taf. 2,
die den primären Karpogonkern in Prophase zeigt, und Fig. 9, Taf. 2,
die einen somatischen Kern aus dem Karpogonblatt in demselben
Stadium zeigt. Nachdem dann allmählich die Chromosomen sich
mehr und mehr herausdifferenziert haben, wird der Kern selbst
immer klarer und freier von Lininfäden.
Fig. 2, Taf. 2 zeigt eine Prophase der ersten Zelle des Karpogon-
astes, also der dicht auf die Tragzelle folgenden, mit fast fertigen Chro-
mosomen, in einer Anzahl von approximativ 20. Die ganze Zelle ist
wiedergegeben. Zu bemerken ist, dass dieser Kern gleich der ganzen
Zelle im übrigen bedeutend kleiner und chromatinármer ist als der Kern
in der grossen zweiten Zelle, die in Figg. 3— 5 u. a., Taf. 2, zu sehen ist.
Fig. 3 giebt ein ausserordentlich schönes, etwas späteres Prophasensta-
dium der zweiten Zelle des Karpogonastes wieder. Hier können die
Chromosomen sicher auf genau 20 festgestellt werden. Dasselbe Sta-
dium ist in Textfig. 8 zu sehen, die auch insofern sehr instruktiv ist,
als sie vergleichend die gegenseitige Grösse zwischen Zellen und Kernen
in der zweiten, dritten und auch in der vierten Zelle des Karpogonastes,
d. h. dem Karpogon selbst, zeigt. Fig. 4, Taf. 2, bietet ein Bild eines noch
nicht völlig fertigen Karpogonastes mit ungeteilter dritter Zelle, d. h.
noch nicht angelegtem Karpogon. Auch hier befinden sich die Kerne
in demselben Prophasenstadium wie in Fig. 3 mit approximativ
20 Chromosomen. Fig. 5, Taf. 2, stellt gleichfalls eine sehr schöne
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