- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 8. 1914 /
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konstituieren früher oder später einen neuen Kern, bzw. mehrere
neue Kerne.

Das merkwürdige mit dieser lihmenden Wirkung des Chloral-
hydrats ist, dass sie beim Auswaschen nicht gleich aufhört, son-
dern sich in den weiterwachsenden Wurzeln sogar nach vier Tagen
bemerkbar macht. In Wurzeln, die eine Stunde chloralisiert und
dann 24 Stunden in Sägespähnen wuchsen, ersieht man die Nach-
wirkung des Giftes erstens aus den abnormen Teilungsfiguren (Fig.
14, 15), zweitens aus der sehr geringen Zahl der Spiremkerne.

Die geringe Zahl der Spiremkerne hat ihren Grund darin, dass
wenige Zellen in Prophase wieder eintreten, während die vor dem
Chloralisieren vorhandenen Spireme zurückdifferenziert sind. Diese
Zurückdifferenzierung kann man leicht verfolgen. Man sieht häufig
Kerne, wie Fig. 17, wo in einem karyotinreichen dichten Gerüst
Reste von längsgespaltenen Spiremfáden unterschieden werden.

Die erwähnten merk würdigen Teilungsfiguren kommen ziemlich zahl-
reich vor. Ausser ihnen findet man keine in anderer Weise aussehen-
den karyokinetischen Figuren. Hinsichtlich ihrer Genese lässt sich
folgendes sagen. Entweder sind sie Teilungszustände, die vor 25 Stunden
vom Gift getroffen wurden und die ganze Zeit überdauert haben. Oder
sie sind später entstanden. Die erste Möglichkeit finde ich nicht
sehr wahrscheinlich. Denn gleich nach dem Chloralisieren sind
alle Metaphasen bedeutend deformiert und nach 24 Stunden wahr-
scheinlich alle in Ruhekerne verwandelt worden. In einem Fall
fand ich auch nach 21 Stunden ähnliche Figuren wie gleich nach
dem Chloralisieren. In dieser Wurzel kamen keine Metaphasen wie
Fig. 14, 15 vor. Man muss folglich annehmen, dass diese Zustände
spüter, unter dem Einfluss von der Nachwirkung des Giftes, entstan-
den sind. Der Zeitpunkt darf aber nicht allzu weit nach dem
Chloralisieren verlegt werden, denn in den Präparaten, wo die Fi-
guren liegen, kommen ja, wie erwähnt, sehr wenige Spireme vor
und diese Spireme besitzen dünne Chromosomenschlingen. Dagegen
ist die Zahl der Spireme gleich nach dem Chloralisieren bedeutend
grösser. Ich stelle mir daher die Sache in der Weise vor, dass die
Figuren 14, 15, wenigstens etwa 10 Stunden alt sind und dass sie
ihren Ursprung aus Spiremen nehmen, die das Chloralisieren ver-
tragen haben, also schon relativ fertig sein müssten. Die auffallende
Kürze der Chromosomen dürfte also ihren Grund in einer Verlang-
samung des Teilungsgeschäfts haben und dies steht ja im guten Ein-
klang mit unseren Befunden über die Spiremorganisation. Selbstver-

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Project Runeberg, Fri Jun 14 21:08:15 2024 (aronsson) (download) << Previous Next >>
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