- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 8. 1914 /
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Entwicklungshemmung dieser Anlagen beruht auf Korrelation mit
der lebenden Sprosspitze. »Eine Entwicklung von ruhenden An-
lagen tritt daher ein, wenn wir die wachsende Spilze entfernen oder
deren Wachstum anderweilig zum Stillstand bringen, jedenfalls aber
auch bei Steigerung der Ernährung, die dann den Anlagen ermöglicht,
sich zu entwickeln. Daraus ergibt sich, dass die latenten Astanlagen
der Regeneration wie der ungeschlechtlichen Vermehrung dienende Or-
ganreserven darstellen.»

Ob solche ruhende Anlagen bei Sphagnum vorkommen, ist mir
unbekannt. Es scheint jedoch nicht unwahrscheinlich, dass dies
der Fall ist, und dass sich dieselben unter günstigen Verhältnissen
entwickeln. Diese Anlagen dienen also (mit SCHOENAU) teils zur
Regeneration des Individuums, teils zur Vermehrung der Pflanze auf
vegetativem Wege. An älteren Stammteilen dürfte es ihnen unter
normalen Verhältnissen recht schwierig sein, sich auszubilden, was
wahrscheinlich auch die Ursache davon ist, dass ich keine direkt
vom Stamme — d. h. vom Langtriebe — ausgehenden Innovations-
sprosse gesehen habe. An jungen Stammteilen, d. h. in der Nähe

der Stammspitze, ist es ihnen ebenfalls schwierig, sich zu ent-
wickeln, da hier die Nahrung zu sehr für die Bildung der gewöhn-
lichen Organe in Anspruch genommen ist (GOEBEL 1898, S. 179),
und erst, wenn der Vegetationspunkt beschädigt wird, gelangen sie
dort zur Entwicklung. Es wären also noch die älteren Kurztriebe in
Augenschein zu nehmen.

Der Regeneration (GOEBEL) der Sphagnum-Pflanze habe ich keine be-
sondere Aufmerksamkeit gewidmet. Dieselbe braucht aber keine Indi-
viduenvermehrung zu bedeuten. Wenn sich bei der Entfernung der
Stammspitze ein Seitenspross zu einem Langtrieb entwickelt, erhalten
wir nur ein Individuum ; bilden sich dagegen mehrere Seitensprosse aus,
so erhalten wir bei deren Loslösung natürlich mehrere Individuen;
ebenso wird, falls ein Spross in mehrere Stücke zerfällt und sich
aus diesen neue Langtriebe entwickeln oder aus losgetrennten Blättern
Sprosse entstehen, die Regeneration eine Individuenvermehrung.

Die Regeneration aus Blättern ist bisher nur in Kulturen wahr-
genommen worden (OEHLMANN 1898). An losgetrennten Sprosstücken
hat SERNANDER (1901, S. 33, 34) die Bildung von neuen Langsprossen
beobachtet; er hat jedoch nicht angegeben, ob diese aus Langtrieben
oder aus Kurztrieben entstanden sind. WARNSTORF (1881, 1903)
hat neue Adyentivsprosse aus dekapitierten Langtrieben entstehen
sehen. Bei dekapitiertem S. compactum habe ich Regenerations-

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