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Gegenwärtig ist zwar über diese Pilzgruppe aus den einzelnen
Teilen von Schweden nur wenig bekannt, aber seit einigen Jahren
bin ich mit dem Studium derselben beschäftigt und sehe mich in-
folge dessen im Stande, eine Übersicht über die Eigentümlichkeiten
der Gastromycetenflora von Torne Lappmark zu geben.
Die Staubpilze, Lycoperdaceen, spielen überhaupt in der Vegetation
eine ziemlich hervorragende Rolle. Wegen der grossen, durch die
jährlich wiederkehrenden edaphischen Verhältnisse bedingten Ver-
schiedenheiten der Bodenfeuchtigkeit sind diese Pilze in unseren Ge-
birgsgegenden in ihrem Auftreten von einem Jahre zum anderen
weit weniger launisch und periodisch, als im Süden Schwedens.
Regenreiche und trockene Sommer beeinflussen zwar auch dort die
Häufigkeit der Staubpilze, aber ein gänzlicher Misswachs dürfte
hier niemals vorkommen, wie dies in Süd- und Mittelschweden
bisweilen der Fall ist (z. B. im Sommer 1911).
Die Gasteromycetenflora von Torne Lappmark ist ihrer Artzu-
sammensetzung nach ziemlich verschieden von der des übrigen Schwe-
dens. Phalloideen, Sclerodermataceen und Hymenogastraceen fehlen
vollständig, die Nidulariaceen sind nur durch eine einzige Art vertre-
ten, aber auch diese ist selten; ferner fehlt eigentümlicherweise unter
den Lycoperdaceen die Gattung Geaster gänzlich (vergl. Tu. C. E.
Fries 1912).
Von den typischen Staubpilzen sind in den südlicheren Teilen
Schwedens speciell vorherrschend: Lycoperdon gemmatum, pyriforme,
nigrescens, atropurpureum und pusillum, Bovista plumbea und nigre-
scens, Calvalia cclata und saccata. In Torne Lappmark sind von
diesen nur Lycoperdon gemmatum und nigrescens, Bovista nigrescens
und Calvatia saccata beobachtet worden; alle, mit Ausnahme von
Lycoperdon nigrescens, sind hier verhältnismässig allgemein. Ausser-
dem kommen als Charakteristika hinzu: Lycoperdon umbrinum und
Bovistella echinella, die jedoch auch in südlicheren Gebieten von
Schweden zu finden sind, ebenso Calvatia borealis und Bovista crelacea.
Von den beiden letztgenannten Arten — beide der Wissenschaft
neu — ist Calvatia borealis nach allem zu urteilen allgemein, wenig-
stens im Torneträsk-Gebiet, während Bovista cretacea bisher nur
auf einigen einander naheliegenden Plätzen gefunden wurde.
Für eine Reihe niederer Kryptogamen wurde festgestellt, dass
die extremen Klimaverhältnisse des Nordens das Aussehen der
Exemplare in mancher Hinsicht beeinflussen. Dies wurde von
Ro». E. Fries (1910) besonders bei den Myxomyceten beobachtet.
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