- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 8. 1914 /
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SPHAGNUM-BIOLOGISCHE STUDIEN

II
EINE KALTWASSERFORM VON SPHAGNUM

VON

ELIAS MELIN

Während einer Reise in Ångermanland im Sommer 1913 — z. T.
wegen sphagnologischer Studien — hatte ich Gelegenheit, bei einigen
Sphagnum-Arten eine eigentümliche Kaltwasserform zu beobachten.
Da mir diese von einigem Interesse zu sein scheint, will ich im
folgenden eine kurze Beschreibung derselben geben.

Bei den beiden Formen von Sphagnum riparium Ängstr., nämlich
v. speciosum Russ. und v. /luitans Russ., fand ich sie am schönsten
ausgebildet. Sie gestaltet sich hier der Hauptsache nach gleich. Ihr
Aussehen ist aus Fig. 1 b—c ersichtlich. Charakteristisch für dieselbe
ist, dass die älteren Kurztriebe, sowohl die abstehenden als auch
die herabhängenden, nackt und steif sind. Die Blätter sind abge-
fallen, und die infolge ihres vermehrten Chlorophyllgehalts schön
grün gewordenen Sprossachsen haben deren Funktion übernommen.
Die Blätter fallen jedoch nicht auf einmal ab, sondern sterben, wenn
sie ein gewisses Alter erreicht haben, erst allmählich an ihrer Spitze
beginnend ab; Stück für Stück löst sich los, und endlich sind nur
noch die Blattbasen übrig, oder auch sie verschwinden. Die Blätter
degenerieren gewöhnlich zuerst an der Basis des Kurztriebes, und
man findet daher in der »Übergangszone» der Sphagnumpflanze
Triebe, welche unten ganz nackt, an der Mitte mit Blattfragmenten
und oben mit ganzen Blättern versehen sind. Dies ist besonders
bei v. /luitans der Fall, weniger bei v. speciosum, dessen Blätter am
ganzen Kurztrieb oft gleichzeitig degenerieren. Fig. 1 e’ zeigt ein
Blatt der Kaltwasserform von v. speciosum, Fig. 2 drei von v. fluitans.
Bei der letzteren, deren Hyalinzeilen zum grössten Teile verdrängt

! Für die Hilfe mit den Mikrophotogrammen habe ich dem Herrn Prof. Dr. O.
Juer zu danken.

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