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Der erste, der die Sporenbildung bei Shpagnum beobachtet und
geschildert hat, ist ScHIMPER (71). Er erzählt (71, S. 53—54), dass
sich die Sporenmutterzellen voneinander trennen und abrunden, um
sich dann in vier Tochterzellen zu teilen. Von diesen sagt er:
»Diese vier neugebildeten Zellen liegen, je zu zwei parallel, quer über-
einander, und nehmen, indem sie sich in ihrer Mutterzelle ausdeh-
nen, durch gegenseitigen Druck nach und nach jene regelmässig
tetraédische Gestalten, welche den Sphagnum-Sporen eigen ist.»
WALDNER (77) und CAVERS (10) teilen einige schematische Figu-
ren von Sporenmutterzellen mit, aber die Kenntnis der Sporogenese
wird dadurch nicht über Scuimper hinaus erweitert.
Was mir zuerst in die Augen fiel, als ich meine Untersuchung der
Sporogenese bei Sphagnum anfing, waren die grossen und schönen
Chromatophoren der Sporenmutterzellen. In der späteren Prophase
kommen diese immer in einer Anzahl von vier (Fig. 10, 11) vor
und liegen in der Peripherie der Zelle, ungefähr tetraédrisch angeordnet.
Sie werden gewöhnlich gut von FLEMMINGS Gemisch und Chrom-
Platina-Essigsäure fixiert, schrumpfen dagegen, wie übrigens auch
die Zellen, in Alkohol-Eisessig (nach CARNOY).
Bekanntlich ist Anthoceros wegen der Chromatophoren seiner
Sporenmutterzellen sozusagen klassisch geworden. Sie wurden hier
zuerst von HUGO von Mont im Jahre 1839 (nach 74 zit.) entdeckt,
und sind später der Gegenstand von Untersuchungen besonders
durch STRASBURGER (74), Davıs (13) und SCHERRER (66, 67) gewesen.
Nach Davıs (15) gibt es in der jungen Sporenmutterzelle nur einen
Chromatophor; in der früheren Prophase aber teilt sich dieser in zwei,
die sich dann wiederum teilen, so dass endlich ihrer vier entstehen.
Die Chromatophoren von Anthoceros enthalten eine grosse Menge
Stärkekörner (74, 13). Sphagnum jedoch scheint deren nicht zu
haben. Bei Sphagnum sind auch die Chromatophoren ziemlich
klein im Verhältnis zu dem in der Prophase befindlichen Kern,
während sie bei Anthoceros, nach den von Davis (13) mitgeteilten
Figuren, viel grósser als der Kern sind.
Chromatophoren sind übrigens in den Sporenmutterzellen von
Laubmoosen (62, 63, 64), Isoötes (20), Selaginella (62), Lycopodium
(63) beschrieben. Auch hier ist ursprünglich nur einer vorhanden,
der dann durch Teilung ihrer vier erzeugt. Bei den untersuchten
Lebermoosen finden sich dagegen, ausser bei Anthoceros, viele
Chromatophoren in den Sporenmutterzellen, wie bei Pellia (14, 29),
Pallavicinia (55), Preissia (27).
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