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Grösser sind zweifelsohne die Ähnlichkeiten zwischen Anthoceros
und Sphagnum. Man hat ja oft die gleichartige Entwicklung des
Archespors hervorgehoben, sowie auch das Vorkommen von Spalt-
öffnungen am Sporophyten (rudimentär bei Sphagnum); ferner das
flächenförmige Protonema bei Sphagnum, das dem Gametophyten
bei Anthoceros entspräche. Beide haben auch in den ruhenden
Archespor- und Sporenmutterzellen einen Chromatophor. Aber die
Kluft zwischen ihnen ist enorm, und man muss beim Vergleich
gänzlich von der hochentwickelten Sphagnumpflanze absehen und
am liebsten nur in der Phantasie die Antheridien und die Arche-
gonien von ihrem gewöhnlichen Platz in das Anthoceros-ähnliche
Protonema versetzen. Mit anderen Worten, man muss der Phan-
tasie die Zügel schiessen lassen, um die beiden Typen verbinden
zu können, sogar wenn man annimmt, dass sie sich von »a com-
mon stock» entwickelt hätten. Man befindet sich auf schwanken-
dem Grunde, und hier sind alle Spekulationen — um mit GOEBEL
(26, S. 235) zu reden — »lediglich Produkte dichterischer Phan-
tasie, sie entspringen dem Bedürfnisse unseres Geistes, Zusammen-
hänge auch da anzunehmen, wo er sie nicht wahrnehmen kann,
haben aber keine genügende Stütze in den Erfahrungstatsachen . . .»
Ist die Verbindung zwischen Sphagnum und den Lebermoosen
fraglich, so ist sie um so sicherer zwischen Sphagnum und den
eigentlichen Laubmoosen. Ausser den gewöhnlich hervorgehobenen
habituellen Ähnlichkeiten usw. möchte ich das Verhalten der Chroma-
tophoren betonen. Der Umstand, dass es deren viele in den sterilen
Zellen des Sporophyten und in denen des Gametophyten und nur einen
in den ruhenden Zellen des sporogenen Gewebes gibt, knüpft das Band
zwischen Sphagnum und den eigentlichen Musci fester. Dazu kommt
die Entwicklung der Antheridien, die hauptsächlich dieselbe ist:
ihr Körper ist durch eine zweischneidige Scheitelzelle gebildet, und
die ersten Androgonen entstehen aus den primären Segmenten durch
Bildung von zwei bogensehnenartig verlaufenden Wänden. Endlich
haben die Androzytenmutterzellen dieselbe ellipsoidische Form, und
die Kernspindel ist in der Längsrichtung orientiert.
Meiner Auffassung nach muss man sich Sphagnum als mutatis
mutandis ein Laubmoos denken, das in dieser oder jener Weise
für die periodische Xerophilie und den Nahrungsmangel des Hochmoores!)
ausgebildet worden ist. Bei welchem Typus oder in welcher Gruppe
!) Die Wald- und Flachmoor-Sphagna sind meines Erachtens sekundär entstanden.
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