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Pollenschlauch auf seinem Wege durch die Integumente etwas tiefer
geht, so dass er den Nucellusscheitel direkt erreicht, ohne den
Mikropylenkanal benutzt zu haben. Hier ist vor allem Ulmus (NAWA-
SCHIN 1898, SHATTUCK 1905) zu nennen. Vielleicht gehören zu dieser
Kategorie auch Cannabis (ZINGER 1898) und Celtis (MODILEWSKI 1908).
Bei Cucurbita Pepo (LonGo 1903) gelangt der Pollenschlauch an den
stark verlängerten Gipfel des Nucellus, nachdem er nur das äussere
Integument durchdrungen hat. Bei Humulus japonicus (WINGE
1914) braucht er in den Fällen, wo er sich mesotrop verhält,
dagegen nur das innere zu durchbohren, um die Nucellusspitze zu
erreichen. Der Pollenschlauch bei Acer Negundo (RÖSSLER 1911)
verhält sich etwas abweichend: er dringt, »von den Papillen des
äussern Integuments kommend, schräg durch das innere Integument
interzellular hindurch, verläuft dann in dem Zwischenraum zwischen
Integument und Knospenkern und gelangt so auf die Oberfläche des
Kernscheitels. Hier angelangt, beschreibt er noch einen kurzen
bogenförmigen Weg auf der Oberfläche des Kernscheitels und dringt
dann ins Innere des Knospenkerns, dem Embryosack entgegen».
Eine noch ausgeprägtere Mesotropie kommt schliesslich in solchen
Samenanlagen zum Vorschein, wo der Pollenschlauch unter Vermei-
dung sowohl der Mikropyle als auch des Nucellusscheitels in das
obere Ende des Embryosackes eindringt, ohne jedoch vorher den-
jenigen Umweg nach der Chalaza zu machen, der den basitropen
Typus kennzeichnet. Hier ist Hippuris (JUEL 1911) zu nennen. Auch
bei Sibbaldia procumbens (ALBANESE 1904), der die Mikropyle fehlt,
dringt der Pollenschlauch nach einem kurzen Verweileh in der
Ovularialhóhle mesotrop in die Samenanlage ein und verläuft dann
durch das Integumentgewebe bis in den Eiapparat. Der Eintritt
des Pollenschlauches in die Samenknospe findet hier im Niveau
der halben Hóhe des Embryosackes statt, und Sibbaldia bildet somit
einen Übergang zur Alchemilla arvensis (MunBECK 1901), die zwar
ausgeprägt basitrop aber doch nicht typisch chalazogam ist.
Die Behauptung, das Eindringen des Pollenschlauches in die
Samenanlage unter Vermeidung der Mikropylaróffnung und der
endotropischer Verlauf derselben im Integumentgewebe seien ein bei
den Angiospermen ursprüngliches Merkmal von phylogenetischem
Interesse, hat sich als wenigstens zum Teil unrichtig herausgestellt,
seitdem diese Erscheinung bei Pflanzen verschiedener und zum
Teil hochstehender Familien beobachtet worden ist (vgl. oben er-
wühnte Beispiele der Mesotropie). Nicht nur der typischen Chalazo-
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