- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 9. 1915 /
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Ich bin in der Lage, diese interessante Beobachtung im grossen und
ganzen zu bestätigen. Ich will aber nur bemerken, dass ich in
meinem Material keine Fälle gefunden habe, wo der Pollenschlauch
auch das innere Integument durchbohrte und direkt zum Nucellus-
scheitel gelangte. In Übereinstimmung mit dem oben für E. hirsutum
angegebenen Verhalten durchdringt er statt dessen, nachdem er zur
Samenknospe hinabgestiegen ist, nur denjenigen Wulst des äusseren
Integuments, der dem Funiculus anliegt, und ergiesst sich von der
Seite her in den Mikropylarkanal vor den Lippen des inneren Inte-
guments. Hiernach passiert er in gewöhnlicher Weise zwischen
den letzteren und erreicht die Spitze des Nucellus. Häufig werden
die Scheitelzellen des inneren Integuments dabei verändert und be-
kommen einen stark farbstoffspeichernden Inhalt (Fig. 4 f). Von
der Anschwellung im Mikropylarkanal aus kann ein Fortsatz durch
die Mikropylaröffnung entsendet werden, und auch an anderen
Stellen treten mitunter derartige Verästelungen in die Fruchtknoten-
höhle hinaus. Der Pollenschlauch hat aber bei weitem nicht immer
einen Verlauf, der sich im Gewebe des äusseren Inleguments so
endotrop verhält, wie es z. B. Fig. 4 f zeigt. Sehr häufig, ja sogar
bei der Mehrzahl der Samenanlagen begräbt er sich weniger tief
in den Integumentwulst; er steht nämlich während seines Verlaufs
in dem letzteren zum grössten Teil mit dem Fruchtknotenraum in
Berührung und zeigt dadurch Übergänge zur gewöhnlichen Akro-
tropie. In diesen Fällen wird häufig die Erscheinung beobachtet,
dass der ausserordentlich dicke Pollenschlauch den Wulst des
äusseren Integuments völlig verbraucht. Ein typisches porogames
Eindringen kommt auch vor.

Wenn man das Verhalten des Pollenschlauches bei Epilobium
klassifizieren will, wäre es wohl als schwach ausgebildete Meso-
tropie zu bezeichnen. Der mesotrope Eindringungsmodus wird
hier dadurch erreicht, dass der Pollenschlauch, statt am Rande
des äusseren Integuments hin zu verlaufen und durch die Mikro-
pylaröffnung einzudringen, sich durch den Wulst dieses Integu-
ments Bahn bricht und von der Seite her in den Mikropylar-
kanal gelangt. Unter den in der Literatur beschriebenen Bei-
spielen dieser Erscheinung lädt in erster Linie Humulus lupulus
(WINGE 1914) zum Vergleich ein. Hier verläuft der Pollenschlauch
durch die beiden an ihrer Spitze zusammengewachsenen Integumente
und mündet gleichfalls seitlich in den Mikropylarkanal. Eine
etwas stärker hervortretende Mesotropie sind die Fälle, wo der

Svensk Botanisk Tidskrift 1915. 21

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