- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 9. 1915 /
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wächst, ehe er in die Samenknospe eintritt. Bei Epilobium kann
natürlich eine solche Unfähigkeit sogar in Fällen typischer Meso-
tropie nicht angenommen werden, da dem endotropischen Verlauf
durch das äussere Integument ein ektotropischer im inneren Teil
des Mikropylarkanals folgt und der Pollenschlauch ausserdem häufig
Fortsätze in die Ovularialhöhle hinaus entsendet. LonGo (1903)
sucht eine Erklärung des endotropischen Verlaufs zu geben, indem
er annimmt, dass diese Erscheinung, in ähnlicher Weise wie bei
der gewöhnlichen Ektotropie, von dem Vorhandensein besonderer
Substanzen bestimmt wäre, die im Innern der Gewebe vorkämen
und den Pollenschlauch chemotropisch leiteten. Diese Annahme
LonGo’s will ALBANESE für Sibbaldia wie auch für Ulmus, Betula
u. a., wo der Pollenschlauch »mechanisch» durch die Interzellulare
verläuft, nicht bestätigen. Er glaubt stattdessen, dass die Veran-
lassung für den Pollenschlauch dieser Pflanze, interzellular zu
wachsen, »in dem Suchen nach dem leichtesten und zugleich kür-
zesten Wege» liege. Auch NAWASCHIN (1913) nimmt für Juglans an,
dass »von einem chemischen Reize, der die Wachstumsrichtung
des Pollenschlauches bedingen soll, hier keine Rede sein kann.
Hier wie überhaupt innerhalb des Fruchtknotens der Juglans-Arten
wächst der Pollenschlauch so lange, bis die Bedingungen fürs
Ernährungsbedürfnis hinreichen, und zwar stets nach der Richtung
des geringsten Widerstandes, d. h. den vorhandenen Zellreihen
bzw. Zellschichten entlang.» »Dieser Richtung entspricht aber be-
kanntlich die der» Spaltbarkeit »des betreffenden Gewebekörpers; der
Pollenschlauch wächst, folglich, nach der Richtung der Spaltbarkeit.»

Was nun den abweichenden Verlauf des Pollenschlauches der
Onagraceen betrifft, sei zunächst daran erinnert, dass der dicke
Pollenschlauch hier, statt wie bei Sibbaldia und Juglans streng
interzellular zu verlaufen, die in seinem Weg liegende Integument-
zellen verdrängt und aufbraucht. Von einer rein mechanischen
Leitung kann daher keine Rede sein. Das Eindringen in das Ge-
webe des äusseren Integuments, das auch die Verkürzung des Weges
zum Nucellusscheitel bewirkt, dürfte hier als ein früher Ausschlag
der besonderen haustoriellen Tätigkeit, die dem Pollenschlauch in
dieser Familie zukommt, gedeutet werden, und wird wohl durch
dieselben Faktoren bedingt sein, welche die Pollenschlauchhau-
storien auch sonst hervorrufen.

Zuletzt sei nur bemerkt, dass Frl. WERNERS Angabe, die Embryo-
sackmutterzelle von Epilolium angustifolium sei eine subepidermale

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Project Runeberg, Sat Jun 15 00:10:54 2024 (aronsson) (download) << Previous Next >>
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