- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 9. 1915 /
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Dasselbe tut auch DIEDICKE in seinen Pilzen pg. 105. Auch er unter-
pg

sucht den Pilz — obzwar er »durch ganz Deutschland» verbreitet sein
soll — nicht und macht dazu noch den Fehler, dass er die Maasse der

Konidien von FUCKEL und CURREY zusammenzieht und so zu einer ganz
falschen Angabe »5—8 u X 2 y» kommt.

Wie ich mich zu erinnern weiss, hat schon irgendwo v. HÖHNEL gezeigt,
dass die Fucker’schen Maasse allgemein zu hoch sind. In unserem
Falle müssen sie um 25% reduziert werden, also auf »5—6 u X 1,5 n.

Ich bekam diesen Pilz von Herrn Dir. J. E. KaBA’T, welcher ihn bei
Gross-Skal in Bóhmen im November 1911 sammelte. Er kommt nach
Angabe des Sammlers nur sehr selten auf dem Standorte vor.

Der Einsender hat richtig die Zugehórigkeit des Pilzes erkannt und
sandte ihn unter dem Namen Leptothyrium crustaceum n. sp. ein. Er
ist wirklich schon makroskopisch Leptothyrium-artig.

Als ich ihn mikroskopisch studierte, fielen mir sofort drei Umstände
auf, die ihn von der genannten Gattung weit entfernen.

Zuerst fand ich, dass die einfachen Pykniden mit 1—5 Poren versehen
sind, so dass dann die zusammengeflossenen oft sehr viele Poren auf-
weisen.

Zweitens, dass die Sporen histolytisch aus dem Nucleus der Pyknide
gebildet und von dem Schleim zusammengehalten werden.

Drittens, dass die Pykniden oft gekammert sind und jede dieser
Kammern hat seinen eigenen Porus.

Die reifen Pykniden sind feucht flachgewólbt, trocken noch mehr ver-
flacht und konkav eingesunken. Sie werden in den Epidermiszellen
gebildet, so dass die Pyknide später von der oberen Hälfte der Epidermis-
zellen bedeckt ist. Die obere Wand ist dünner als die untere und das
Pyknidengewebe besteht aus hell- und dunkelbraunen Hyphen, die zu einem
plectenchymatischen, dicht gefügten Gewebe zusammengeflochten sind.

Die Pyknide ist entweder einfach oder gekammert. Die inneren
Wände sind dünne, senkrechte Sàulen, welche aus feinen, zarten, faden-
formigen, gelbbraunen Zellen bestehen.

Der Nucleus der jungen Pykniden ist anfangs braun, später als sich
das Gehàuse vergróssert, wird er hyalin und besteht aus senkrecht orien-
tierten, parallelen, hyalinen Zellen, aus deren Inhalte die Konidien ent-
stehen. Die Zellenwànde verschleimen. Dies beide geht zugleich vor sich.
Da die Konidien in den parallel gegeneinander orientierten Zellen sich
ausbilden, so sind sie anfangs reihenförmig gestellt, und erst später nach
vollkommener Verschleimigung findet man sie dicht zusammengeballt und
die ganze Pyknide erfüllend.

Die einfachen Pykniden besitzen nur 1 Porus, die gekammerten 2—4,
seltener 5 ganz deutliche Poren. Später wird die Decke stellenweise
zerstört, so dass die Fruchtgehäuse zwischen den Poren unregelmässige
und ziemlich grosse Oeffnungen aufweisen.

Oft fliessen die Pykniden zusammen und dann bekommt man gróssere
Pyknidenkomplexe mit zahlreichen Poren zur Sicht.

Der Pilz ist also keine Phyllosticta, keine Phoma, sondern eine polysto-

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