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Da Selbstbefruchtung bei Capsella sehr leicht stattfindet — dieser
Befruchtungsgang ist sogar in der Natur ohne Zweifel der häufigste,
wenn auch allogame Befruchtung nicht ausgeschlossen ist —, so muss
man die Bläten sorgfältig kastrieren, bevor man eine artifizielle
Pollination unternimmt. Die Antheren öffnen sich schon vor dem
völligen Entfalten der Bläten, weshalb man nur Knospen benutzen
kann. Die Kastration wurde mit einer speziellen Pinzette aus-
geführt, die sehr platte, dünne und scharfe Spitzen hatte, welche
man auch als eine Art Messer verwenden konnte. Die Arbeit war
ungemein mühsam, da die Blütenknospen ja klein sind und die
Operation unter der Lupe geschehen muss. Viele der behandelten Blü-
ten gaben keine Frucht, sondern vertrockneten bald, zweifelsohne
infolge der Eingriffe,- die bei der Kastration gemacht wurden. Un-
mittelbar nach der Operation wurden die Narben mit reifen Staub-
fäden bestrichen, die mit einer feinen Pinzette losgerissen wurden.
Dies wurde sicherheitshalber am folgenden Tage wiederholt.
Die geernteten Samen wurden am */x in Töpfchen gesäet, die
zuerst eine längere Zeit gestanden hatten, um eventuell in der Erde
vorhandene Capsella-Samen zur Keimung zu treiben. Etwa zehn
Pflanzen waren aus den gesäten Samen erwachsen, und alle hatten,
wie erwartet, trianguläre Kapseln.!
Da alle erhaltenen Exemplare Hybriden waren, hielt ich es nicht
für nötig, die verschiedenen F,-Familien jede für sich zu erziehen.
Der allergrösste Teil meines Samenvorrats war im Frühsommer
1913 in Töpfchen gesäet worden, und brachte zahlreiche Keim-
pflanzen hervor. Unglücklicherweise wurden diese Kulturen während
meiner Abwesenheit von Mäusen aufgefressen. Eine geringere An-
zahl der Samen war jedoch als Reserve aufbewahrt worden, und diese
wurden im März 1914 im Kalthaus des hiesigen Gartens gesäet. Die
daraus entstandenen Pflanzen wurden im Mai nach Sala geschickt,
wo die Weiterentwicklung derselben während des Sommers, da ich
anderwärts war, von meinem Vater, Ingenieur O. W. DAHLGREN,
studiert wurde. Zusammen fruchteten 88 Exemplare. Von diesen
gehörten betreffs der Kapselform
71 Exemplare zum triangulären Typus und
17 Exemplare zum Heegeri-Typus.
* Da ich diese Untersuchung nur vorgenommen hatte, um die Zahlenverhältnisse
zwischen Individuen mit triangulären Kapselformen und denjenigen vom Heegeri-
Typus zu finden, wurde von anderen Merkmalen, wie z. B. der Blattform, ganz ab-
gesehen.
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