- Project Runeberg -  Upsala Universitets Årsskrift / 1862 /
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18 W. E, Lidforss,

will id. III, 148 und 200. Man tu’ auch was man will G. VII, 17.
Es fei nun wie ihm will id. VII, 43. Werde mit mir, was will,
wenn ihr euch rettet Scui. VI, 68. Man frage, wonach man will, er
ift in allem zu haufe id. VI, 131. Sei’s was es will id. VI, 138.
Dem widerftehe, wer kann id. VII, 187.

Eine andere art fätze, die auch hier am betten ihre erwägung fin-
den, find jene im md. häufigen, mit der blosen enklitischen oder pro-
klitischen negazion negirten, ohne konjunkzion angeknäpften und in
gewöhnlicher gerader wortfolge gebauten kondizionaltlätze, denen ich ur-
sprängliche konzessive bedeutung unterlegen möchte. Wenn z. b. im
VRriD. 21: 1, 2 steht: elliu menschen sint verlorn, sin werden dristunt
geborn, fo ift das offenbar fo viel als: sin werden dristunt geborn, sint
elliu menschen verlorn, d. h. (zugegeben, dass) die menschen feien nicht
dreimal geboren, fo lind fie alle verloren, was wir heut zu tage ge-
wöhnlich in rein kondizionaler form fo darstellen: wenn die menschen
nicht dreimal geboren find, fo etc. Eben fo NiB. 53: an edeler frouwen
minne wold ich immer sin, ich enwurbe dar min herze gröze liebe
håt, d. h. ich wärbe nicht, oder eingeräumt, angenommen dass ich
nicht da wirbe, wo mein herz grose liebe hegt, fo wollte ich för im-
mer auf die minne edler damen verzichten = wenn ich nicht da wärbe etc.
Dergleichen konzellivfätze, fur deren einfache negazion man die erklärung
darin zu fuchen hat, dass fie in der regel zu negativen hauptlätzen
konftruirt find und dass die stärkere vollständigere negazion diefer fätze
noch in jenen fort wirkte, fo dass die wiederholung der negazion dort
nur leife durch ne angedeutet zu werden brauchte’!), finden fich im
NiB. noch an folgenden orten: a. mit prälens: 112. 164. 303. 328. 406.
810. 888. 1112. 1118. 1224. 1400. 1769. 1794. 1988. 2284. 2291. Db.
mit präteritum: 273. 970. 1039. 1264. 1273. In allen diefen beispielen
behauptet die negazion noch ihre volle kraft, und die bedeutung ift
konzetliv, eine einräumung oder annahme, dass etwas fo oder fo nicht
fei. Da aber auch, wie oben bemerkt, der bauptfatz gewöhnlich negirt
ift, fei es durch negative partikeln oder nur dem finne nach, fo wird
der nexus zwischen beiden fätzen diefer: es fei A nicht, :o ilft auch B
nicht, oder, poflitiv ausgedröckt, B ilt nur in fo fern A ift, d. h. der
konzeflive (oder, wenn man es lieber will, der kondizionale) fatz bringt
eine bedingung, welche die einzige mögliche fein will, was oft noch
obendrein durch ein verstärkendes danne hervor gehober wird, fo dass
der hauptfatz nur allein unter diefer bedingung wahr und erfällt werden

!) WILHELM WACKERNAGEL: Die Mittelhochd. Negations-Partikel ne. Eine
lexicographisch-fyntactische Abhandlung. In H. HOoFFMAns Fundgruben fär
Geschichte deutscher Sprache und Literatur. I. Breslau 1830.

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