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wurde. Gewöhnlich wurde die Moosdecke bald von hohen
Lichenen tiberwuchert (Cladonia rangiferina und Thamnolia
hauptsächlich). Diese Licheuendecke sah ich auf einem Humusboden,
der etwa 10—15 cm hoch war. In diesem Zustande traf ich die
meisten Niederungen. Bei einigen hatte sich Empetrum
hinzu-gesellt, ohne Zweifel der noch mangelnde Uebergang zu der
Empetrumdecke.
Die Ursache der beschriebenen Circulation kann wohl
nichts anderes sein, als ein Kampf um das Dasein zwischen
den Pflanzengattungen, indem bei einigen Umständen eine
Gattung, bei anderen eine andere Gattung Uberhand nimmt.
Wenn das Empetrum ein gewisses Alter erreicht oder auf
dem-selben Platze nicht mehr gute Bedingungen fiir seine
Ernäh-rung findet, so kann es gewissen Moosgattungen nicht
wieder-stehen, diese ihrerseits fallen den Crusta-Lichenen als Opfer.
Bald stiirzt der ganze Vegetations-Bau zusammen. der Platz
wird leer, wird neuen Moosgattungen zugänglich, die wieder
neuen Lichenen eine vortheilhafte Unterlage darbieten, bis der
Platz aufs neue fiir das Empetrum gut präparirt worden ist.
Dabei war es merkwtirdig zu beobachten, wie leicht der
Empetrum-Bau einstiirtzt, und wie vollständig seine Reste
ver-schwinden.
Es ist schon bemerkt, dass die haidenähnliche Vegetation
in Vertiefungen der Erde von der umgebenden iippigeren
aus-gedrängt wurde, worin Lichenen kaum eine Rolle spielten.
Auf höheren Hiigeln oder Bergen, wo die Bodenverhältnisse
ungiinstiger waren, traf ich dagegen eine Pflanzendecke, die
sich mehr der beschriebenen Krustendecke näherte.
Ueber-gänge von der haidenähnlichen Vegetation zu den beiden
genannten Formationen lagen oft vor.
Die eben dargestellte Circulation setzte, so viel ich
be-urtheilen konnte, immer fort, ohne jq abgeschlossen zu werden.
Ich schliesse dieses daraus, dass ich auf der Bering Insel auf
dem erwähnten Standorte iiberall dieselbe Formation vor fand.
Die beschriebene Circulation wäre somit von anderer Art als
die vielen von R. Hult aus Skandinavien so gut geschilderten,
wobei eine Formation die vorhergehende verdrängt, aber
schliess-lich dennoch sich eine bleibende ausbildet. 1
1 Blekinges Vegetation, Meddel. af Soc. pro Fauna et Flora Fennica,
Nr 12, 1885, und Mossfloran i trakterna mellan Aavasaksa och Pallastunturit,
daselbst, Acta T. III Nr 1, 1886.
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