- Project Runeberg -  Ymer / Årgång 23 (1903) /
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(1882)
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kehrte. Doch sind das Nebensachen. Aber folgende Punkte des Berichts
scheint auch der Verfasser nicht scharf genug ins Auge gefasst zu haben.
Erstens die mehrmalige Ernte an der Küste. Herodot schreibt: So oft
(3xa>ç) es Spätjahr wurde, legten sie an, besäeten das Land, warteten
die Ernte ab und fuhren weiter. Unser Verfasser, gibt diesen Punkt preis
und nimmt, um die lange Zeitdauer der Fahrt herauszubringen, an, dass
die Schiffe Handel getrieben hätten. Aber die Glaubwürdigkeit des ganzen
Berichts steht in Frage, wenn diese Angaben, die das einzige enthalten,
was uns aus der Fahrt genauer mitgeteilt ist, nicht zutreffend sind. Es
muss, wie aus dem „ ôxœç“ kaum anders geschlossen werden kann, eine
mehrmalige Aussaat und Ernte ins Werk gesetzt sein. Warum aber wird als
beste Zeit zur Aussaat der Spätherbst genannt? Wird diese Zeit in allen
Getreideländern, etwa auch in Mesopotamien, innegehalten? Ich glaube
nicht, wohl aber in Ägypten, wo — um meinen Standpunkt hier bestimmt
anzugeben — das ganze Märchen erfunden ist. Was für Getreide hat
man gesäet? Doch gewiss nur ägyptischen Weizen; allein derselbe
gedeiht nicht in der heissen feuchten Zone, wo nach Ansicht unseres
Verfassers der erste und einzige Aufenthalt in der Delagoabai vielleicht
genommen wurde, nicht um zu säen, sondern um die Schiffe auszubessern.
Von anderer Seite ist auf das Kapland hingewiesen als günstigen
Küstenstrich. Natürlich müssten die Schiffe für die lange Dauer einen sicheren
Hafen gefunden haben. Dann könnte man nur an die Südwestseite des
Kaplandes, etwa an die Tafelbai denken, die auch nicht bei allen
Windrichtungen Sicherheit gewährt. Aber das Land, der Boden ist dort nicht
überall brauchbar; und wo er fruchtbar war, hatten ihn doch gewiss die
Eingeborenen inne, die sich gegen die fremden Eindringlinge jedenfalls
zur Wehr setzten.

Denn bei der langen Zeit, die das Urbarmachen des Bodens und die
Aussaat erforderte, konnte es nicht ausbleiben, dass die Phönizier mit den
Hottentotten in Berührung kamen. Es konnte zu Reibereien kommen;
daraus folgte, dass man die Felder bis zur Ernte Tag und Nacht
bewachen musste, um sie vor der Schädigung oder Vernichtung durch die
Einwohner zu sichern. Und diese Arbeit sollte monatelang fortgesetzt
werden! Dagegen halte man die historisch beglaubigten Erlebnisse der
ersten Portugiesen, die hier an Land gingen : Antonio Saldanho wurde in
einen Hinterhalt gelockt und verwundet, der Vizekönig Francisco d’Almeida
mit 150 Mann erschlagen. Anderswo ist es den Europäern nicht besser
ergangen. Die erste von Columbus in Haiti angelegte Kolonie Navidad
wurde von den Indianern vollständig vernichtet. Am Golfe von Coro, in
Florida, in Yukatan, überall wo die Spanier sich niederlassen wollten,
fanden sie energischen Widerstand. Ähnlich ging es auch der
normannischen Kolonie in Winland. Ausserdem ist wohl zu beachten, dass das
erste Urbarmachen keineswegs auf eine befriedigende Ernte rechnen lässt.
Man denke nur an die Hungersnot der ersten Kolonisten in Australien
oder in Nordamerika an der Chesapeakbai.

Hätten nun auch die Phönizier bei ihrem ersten Saatversuch Glück
gehabt, wo sollten sie zum zweiten Male an Land gehen? Die
Westküste Afrikas bis zu den portugiesischen Besitzungen ist nacktes Wüstenland,

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