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wichtigere Differenzen vorlägen. Den Abweichungen betreffs des
Verhältnisses zwischen kontraktiler und protoplasmatischer Zone kann kaum
grössere Bedeutung beigemessen werden, umso weniger, als dieses, nach
den übereinstimmenden Angaben aller Autoren, stark wechselt.
Wenn man sich von Waed’s im ganzen richtiger, wenn auch nicht
vollständiger Beschreibung zu den beiden letzten auf unser Gebiet bezüglichen
Arbeiten, denen von Nierstrasz und Rauther, wendet, kann man nicht
das Gefühl einer gewissen Überraschung unterdrücken. Noch
eigentümlicher wird die Sache angesichts von Nierstrasz’ Erklärung (pag. 5):
“Weil in meinen Präparaten sich gerade dieses Gewebe (die
Epithelmuskelschicht) sehr gut erhalten hat, kann ich ziemlich genaue Angaben
machen.“
Seine Beschreibung der Muskelzellen lautet:
Der contractile Teil “bildet eine feinkörnige Grundmasse, in
welcher sich keine Zellgrenzen nachweisen lassen. In dieser Masse
eingebettet liegen die Fibrillen; zu jeder Zelle gehören deren 2 — 4(1); sie
ziehen geraden Weges zur Epidermis, können sich aber dabei oft ein
wenig krümmen. Die Fibrillen zeigen eine regelmässige Abwechslung
von feinen dunklen und hellen Partien; auch die interfibrilläre Substanz
zeigt eine solche Querstreifung, so dass man Bilder erhält, wie in den
Figuren 16 und 17 angegeben ist. Besonders wäre hervorzuheben, dass
die Fibrillen blind endigen; nirgends konnte ich eine Umbiegung der
Fibrillen beobachten, wodurch das Bild einer cölomyaren Nematode
entstehen könnte (!). In der Grenzzone zwischen protoplasmatischem und
contraetilem Teil finden sich oft Spalten oder grössere Lücken im
Protoplasma, welche auch auf den Figuren angegeben wurden. (Schlechte
Fixierung!) Diese Beschreibung weicht bedeutend von der Ward’s und
Bürger’s ab.“
So weit Nierstrasz. Was er als eine Fibrille bezeichnet, ist in
Wirklichkeit eine Reihe von quergeschnittenen Fibrillen ; daher die
Querstreifung. Wie er sich, bei einem so langgestreckten Tiere, die
Bedeutung einer Muskulatur denkt, die sich ausschliesslich in radialer Richtung
zusammenzieht, ist unfassbar.
Die Verkennung der Muskelfibrillen kommt, wenn auch in anderer
Form, auch bei Max Rauther vor. Seine Schilderung der Muskelzellen
bei Nectonema lautet in extenso (pag. 495):
“Die Muskelzellen zeigen bei Nectonema manches auffällige; ihre
umfangreichen Plasmaanhänge unterscheiden sie von denen des Gordius,
sind aber keineswegs etwa als zuverlässiger Nematodencharakter zu
bewerten, denn bei vielen Nematoden fehlen sie (z. B. Mermis). Vom
kontraktilen Zellabschnitt sagt Bürger (p. 685), sein Querschnitt zeige ’zwei
aneinander gepresste Lamellen. Jede derselben lässt eine deutliche dichte
Streifung erkennen. Auch die Linie, in der die beiden Lamellen . . . sich
Zusammenlegen ist gut wahrnehmbar.’ Dies trifft alles zu, indessen ist
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