- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång II. 1915 /
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(1914-1935)
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DAS MISSALE FÜR DIE DIÖZESE LEBUS 53

DAS MISSALE FÜR DIE DIÖZESE LEBUS

(MISSALE LUBUCENSE)

Von

KONRAD HAEBLER, Berlin

DAS STÄDTCHEN LEBUS in der Mark Brandenburg, zwischen
Frankfurt und Küstrin an der Oder gelegen, ist heute nur eine
unbedeutende Ortschaft mit wenig mehr als 2000 Einwohnern. Aber
es muss wohl eine der ältesten Niederlassungen in dieser Gegend der Mark
gewesen sein. Der slawische Name weist darauf hin, dass hier schon zur
Wendenzeit eine Ansiedelung bestanden hat, und in den annalistischen
Quellen des deutschen Mittelalters wird bereits zum Jahre 930 das Bistum Lebus
erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten ist die Stadt unzählige Male
belagert, erstürmt, niedergebrannt worden, und das ist vermutlich auch die
Veranlassung dafür gewesen, dass im Jahre 1373 Bischof und Domkapitel
die Residenz der Diöcese nach Fürstenwalde verlegt haben. Den Namen
»Lebus» aber hat das Bistum weiter beibehalten, bis es in der
Reformations-zeit aufgehoben wurde; und noch heute führt der preussiche Landkreis
denselben Namen, obgleich auch seine Behörden nicht in Lebus selbst residieren.
Dass es ein besonderes Missale für die Diöcese Lebus gegeben hat, ist
eine Tatsache, die wenig bekannt geworden ist. Man sucht den Namen
vergebens in Weale’s Bibliographia Uturgica. Kein auf sie bezügliches Werk
ist in der grossartigen Sammlung des Herzogs von Parma vorhanden, und
Bohatta’s Liturgische Bibliographie des 15. Jahrhunderts tut seiner
ebensowenig Erwähnung. Grotefend gibt in seiner Zeitrechnung des deutschen
Mittelalters, 2. Auflage, den kirchlichen Kalender der Diöcese Lebus nach
einem undatierten Breviarium Lubucense und einem Viaticum von 1514. Ein
Missale kennt aber auch er nicht.

Trotzdem sind 3 Exemplare eines solchen bei der Inventarisierung der
Inkunabeln in den deutschen Bibliotheken zum Vorschein gekommen : 2 davon
in der Ministerial-Bibliothek der Marienkirche in Frankfurt a. O., und ein
drittes in der Dom-Bibliothek von Fürstenwalde. Freilich war es nicht ganz
einfach, die Zugehörigkeit dieses Missale zu bestimmen; denn es enthielt
weder eine Eingangsformel, noch ein Schlusswort, die über seine Bestimmung
und seinen Ursprung Auskunft gaben. Allerdings enthielt das erste Blatt des

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