Print (PDF) - On this page / på denna sida - Årgång XVII. 1930 ...
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.
18 O. WALDE
Da diese Bücher ausserdem oft — allerdings gewöhnlich zum grösseren Teil
ausgeschnittene — Einträge in seiner wohlbekannten Handschrift, aus der
Zeit kurz vor seiner Wahl zum Fürstbischof (1570—73) datiert, enthielten
und zugleich mit einer Art von Inventarnummern auf dem Vorsatzblatt
versehen waren, die ich auch schon früher bemerkt hatte, ohne sie doch mit
einer Würzburger Bibliothek in Verbindung zu bringen, so war es klar,
dass hier neue Forschungsaufgaben meiner harrten und dass ich meine
Arbeit von vorn anfangen musste. Ehe ich mich dieser neuen
Untersuchung der Gothaer Büchersammlung zuwandte, machte ich zunächst einen
Besuch in Wurzburg, um in der dortigen Universitätsbibliothek wenn
möglich Spuren der Bibliothek zu entdecken, deren Reste ich in Götha gefunden
zu haben glaubte. Doch führten meine Bemühungen in Wurzburg nicht zu
einem positiven Resultat, und ich kehrte deshalb nach einiger Zeit nach
Götha zurück, um auf dem Friedenstein die Forschungen nach den
Würzburger Büchern fortzusetzen. Es gelang mir nach und nach, eine ziemlich
bedeutende Büchersammlung von mehreren hundert Bänden festzustellen,
die ganz zweifellos einer öffentlichen Bibliothek in Wurzburg zugehört haben
müssen, welche wahrscheinlich nach der Eroberung 1631 direkt als
Kriegsbeute fortgebracht wurde.
Eigentümlicherweise bestreitet der letzte Geschichtsschreiber der Gothaer
Bibliothek, Ehwald, in seiner Darstellung energisch, dass irgendwelche
literarische Kriegsbeute aus Wurzburg direkt durch Herzog Ernst nach Götha
gekommen sei; eine solche Annahme widerspräche auch altem, was man
über die edle Gesinnung dieses Fürsten wisse. Er könne während der Zeit,
während der er an Stelle seines Bruders Bernhard als Administrator die
Regierung in Franken führte, käuflich Bücher oder Handschriften erworben
haben, aber es sei vollkommen ausgeschlossen, dass er persönlich einen
direkten Anteil an der Würzburger Kriegsbeute erhalten habe. Demgegenüber
muss man sagen, dass eine solche Annahme das Andenken des Herzogs
wohl kaum trüben kann, da er ja nur der Sitte seiner Zeit gefolgt wäre.
Meiner Ansicht nach spricht alles dafür, dass sich Ernst der Fromme ebenso
wie der König, dessen Fahnen er folgte, in besetzten Orten öffentliche oder
private Bibliotheken angeeignet hat, deren Eigentümer geflohen waren.
Solche bewegliche Habe galt als verwirkt und dem Eroberer verfallen. Dies
dürfte für die damalige Rechtsauffassung nicht anstössig gewesen sein, und
Ernst der Fromme brauchte sich ebensowenig wie Gustav Adolf abhalten
zu lassen, die Rechtsgrundsätze anzuwenden, die ihn berechtigten, das
bewegliche Vermögen des Gegners zu beschlagnahmen.
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>