- Project Runeberg -  Mindeskrift i anledning af hundredaaret for Japetus Steenstrups fødsel / XIX. Das Rentier in Europa zu den Zeiten Alexanders und Cæesars /
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(1914) Author: Hector Jungersen, Eugen Warming
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Rangifer, was auf der missverstandenen Darstellung bei Albertus Magnus und den falschen
Abbildungen vom Ren (Rangifer) bei Olaus Magni beruhte. Gesner hat später den
Fehler verbessert. Wir werden noch weiter unten darauf zurückkommen.

Tarandos nun als Name eines Tieres stammt von den Griechen her, und alles was
von griechischen und römischen Schriftstellern über dieses Tier geschrieben worden ist,
lässt sich auf bloss zwei Angaben zurückführen, die wahrscheinlich aus einer und
derselben Quelle geschöpft waren[1].

Die Geschichte vom Tarandos führt uns in die Zeit Alexanders des Grossen
zurück. Es sind sein Lehrer Aristoteles (384—322) und dessen zweiter Schüler
Theophrast (um 372—287 v. Chr.), die uns die ganze Kunde gegeben haben, die wir von
diesem Tier besitzen. Alles andere ist bloss diesen beiden nachgeschrieben. Zudem
sind es nicht die betreffenden Originalarbeiten, sondern nur Auszüge aus ihren Schriften
durch Andere, die uns erhalten sind.

Unter dem Namen des Aristoteles ging früher ein Buch: De mirabilibus
auscultationibus
, das zwar nicht von ihm, sondern erst später geschrieben ist, dessen dreissig
ersten Kapitel aber aus Schriften des Aristoteles und Theophrast ausgezogen sind[2].

Das uns hier interessierende 30. Kapitel stammt höchst wahrscheinlich aus einer
verloren gegangenen Aufzeichnung des Aristoteles, denn von den Angaben
Theophrasts trennt es sich bei aller Aehnlichkeit in wesentlichen Punkten. Wir wollen
hier die lateinische Uebersetzung des ganzen, kurzen Berichtes wiedergeben[3]:

»Apud Scythas eos, quos Gelonos vocant, feram quamdam reperiri aiunt
admodum sane infrequentem, cui tarando nomen est. Hanc autem pilorum colorem mutare
ferunt pro locorum, in quibus degerit, varietate, eamque hanc ob causam difficulter
capi [tum propter istam vicissitudinem]: nam et arboribus et locis, et in universum
omnibus in quibus degerit, similis evadit colore. Quod vero admiratione cum primis
dignum est, pilos mutat: reliqua enim pellem variant, ut chamæleon et polypus.
Magnitudo ei quæ bovi; facie vero cervi speciem refert. (Τὸ δὲ μέγεθος ώσανεὶ βου̃ς. Του̃ δὲ
προσώπου τὸν τύπον δμοιον ε̆χει ὲλάφψ)
«.

Tarandos lebte also im Lande derjenigen Skythen, die man Geloner nannte, wurde
aber überaus selten angetroffen. Er war gross wie ein Rind[4] und hatte eine


[1] Vgl. Johann Friedr. Brandt: Zoogeographische und palæntologische Beiträge,
Verhandlungen der Russisch-Kaiserlichen Mineralogischen Gesellschaft zu St. Petersburg. Serie 2. Bd. 2.
Sonderabdruck. St. Petersburg 1867. S. 42—58. Diese Arbeit zeugt von grosser Gelehrsamkeit; in
seinen Schlussfolgerungen ist der Verfasser aber wenig glücklich.
[2] Studien über die Quellen machte u. A. auch Karl Müllenhoff. Siehe seine Deutsche
Altertumskunde. Bd. 1. Berlin 1870. S. 426 ff. Das Buch dürfte schon im dritten Jahrhundert vor Chr.
angelegt worden sein.
[3] Aristotelis opera omnia. Vol. 4. Parisiis. Edit. Didot. 1857. S. 79. Ηερὶ θαυμασίων ὰκουσμάτων.
De mirabilibus auscultationibus. Cap. XXX (29).
[4] Antigonos aus Karystos (um 270 v. Chr.), cap. 31, der Aristoteles als seine Quelle angibt,
vergleicht den Tarandos mit einem Esel. Brandt, a. a. O., S. 43, 52.

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