- Project Runeberg -  Abenteuer in Tibet /
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(1904) [MARC] Author: Sven Hedin - Tema: Exploration
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 3. Zweitausend Kilometer auf einer Fähre

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doch die Abenteuer und die Gefahren sind gerade die Würze, deren
ich bedarf, um mich wirklich wohl zu befinden, und trotz deiner guten
Ratschläge, liebe alte Klugheit, werde ich die 2000 Kilometer, die mich
noch trennen von dem Punkte, an welchen der Fluß in seinem Kampfe
mit der Sandwüste unterliegt, mit der Strömung hinabtreiben.“

Das gab ein Leben in Lailik wie nie zuvor, als unsere große
Karawane am linken Flußufer lagerte! Die Bevölkerung der ganzen
Gegend mußte natürlich herbeiströmen und sich die seltsamen
Fremdlinge ansehen, von deren Tun und Lassen man nur sehr dunkle
Begriffe hatte. Schon am ersten Morgen gab ich Befehl, daß eine
große, prächtige Fähre angeschafft werde, von der Art, wie sie in der
Nähe der Stadt Jarkent zur Beförderung der Karawanen und Waren
über den Fluß benutzt wird, — sonst würden die Häuptlinge der
Gegend es mit meinem Freunde, dem Dao Tai, dem chinesischen
Gouverneur in Kaschgar, zu tun haben.

In Erwartung dessen probierte ich mit Sirkin die kleine
Segeltuchjolle. Sie schwamm leicht und angenehm auf den tanzenden
Wasserringeln des Flusses und glitt lautlos mit der Strömung
abwärts. Man wird das Opfer einer eigentümlichen Gesichtstäuschung.
Die Jolle bleibt ja im Verhältnis zu der grautrüben Wassermasse
absolut bewegungslos, aber der Buschwald an den Ufern eilt schnell
an uns vorüber. Alles um uns her ist jo still und stumm, und
dennoch geht es mit rascher Fahrt vorwärts. Es gab mir einen
herrlichen Vorgeschmack von der bevorstehenden Reise. Ein
Eisenbahnwagen, ein Dampfer oder eine Yacht könnten nie ein relativ so
regungsloses Beförderungsmittel abgeben, nur die Gondel eines Ballons,
der durch die Lüfte schwebt, ließe sich mit dem schnellen und doch so
ruhigen Gleiten unserer Jolle vergleichen.

Doch die Entfernung wächst, und wir denken gar nicht daran, daß
wir mit dem Boote wieder zurück müssen. Wir landen, Sirkin eilt
in den Wald und kommt mit einem Pferde wieder. Er steigt auf
und bugsiert das Boot an einem Seile in einem Seitenarme nach dem
Lager zurück. Das Wasser wird immer tiefer, es reicht ihm bis zur

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