- Project Runeberg -  Abenteuer in Tibet /
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(1904) [MARC] Author: Sven Hedin - Tema: Exploration
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 3. Zweitausend Kilometer auf einer Fähre

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eingesetzt, für den Fall, daß die Kälte mich im Herbste aus dem Zelte
dorthin treiben würde.

Ganz vorn im Zelte standen zwei Koffer aufeinander, die mir
als Schreibtisch dienten, und das Futteral des photographischen
Apparats war mein Stuhl. Hier saß ich wie festgenagelt während der
ganzen langen Fahrt und zeichnete eine Karte von dem gewaltigen
Flusse, seinen Ufern und Inseln, seinen Wäldern und Bergen von
Flugsand. Das Deck, auf dem das Zelt stand, war mit einem
prachtvollen Teppich aus Chotan belegt; im übrigen bestand die
Einrichtung aus meinem bequemen Feldbette und ein paar Kisten mit
wichtigen Instrumenten.

Eine kleine Fähre, die in Lailik gebaut wurde, sollte unseren
gröberen Proviant, wie Mehlsäcke und Brot, Gemüse und Obst,
Schafe und Hühner, befördern. Idyllisch wie ein Landgut, tanzte
diese kleine Fähre den Tarim hinunter, und ihre Passagiere gewöhnten
sich bald daran, die Ufer vorbeieilen zu sehen. Die Hühner
versorgten mich mit Eiern zum Frühstück, der Hahn weckte mich zur
Tagesarbeit und zeigte dabei eine so überlegene Sicherheit, als sei er
Oberadmiral der ganzen Flottille.

Bevor wir Lailik verließen, wurden alle Vornehmeren aus den
Nachbardörfern und unsere Arbeiter zu einem großen Gastmahle
geladen, bei dem es Schaffleisch, dampfenden Reispudding und
brühheißen Tee im Überfluß gab. Bei Eintritt der Dunkelheit wurden
chinesische Papierlaternen zwischen den Zelten aufgehängt, und ein aus
Trommeln und Saiteninstrumenten bestehendes Orchester erklang
eintönig und wehmütig durch die klare, stille Abendluft. Für mich war
diese anundfürsich sympathische Musik mit traurigen Erinnerungen
verknüpft. Dieselben Leute, die jetzt mit Luft und Liebe auf ihre
Trommeln schlugen, hatten vor vier Jahren auf dieselbe Weise meinen
Aufbruch zu dem unheimlichen Wüstenzuge gefeiert. Wie so ganz anders
als damals waren die Geschicke, denen wir jetzt entgegengingen! Wir
brauchten wenigstens nicht vor Durst zu sterben, Tag und Nacht würde
das Rauschen des Wassers unsere Worte und Gedanken begleiten. Unsere

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