- Project Runeberg -  Abenteuer in Tibet /
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(1904) [MARC] Author: Sven Hedin - Tema: Exploration
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 3. Zweitausend Kilometer auf einer Fähre

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zu denken. Nie war mir diese Prozedur jo einfach erschienen wie jetzt.
Der Leser wird später hören, wie lästig und beschwerlich das
Lagerschlagen ist, wenn man zu Lande mit einer großen Karawane reist,
alle Lasten losmachen und ordnen muß, die Zelte aufschlagen und
„möblieren“ soll und sein Abendessen zu kochen hat. Jetzt hingegen
brauchte ich nur, wenn eine passende Landungsstelle in Sicht war,
„Halt“ zu rufen. Palta stemmte seine Stange auf den Grund und
seine Fersen gegen das Vorderdeck und zwang mit seiner ganzen Kraft
die Fähre mit dem Achter einen Bogen nach dem Ufer zu beschreiben;
mit einem Taue in der Hand springt einer der anderen aufs Land,
und im Nu liegt das Fahrzeug an einem Baumstumpfe festgemacht;
dann wird es mit noch zwei Sicherheitsleinen vertäut, damit es über
Nacht nicht ins Treiben gerät.

Nun herrscht in unserem kleinen Staate Leben und Bewegung.
Kisten, Proviant und Küchengeschirr werden an Land gebracht; mit
Spaten und Beilen wird ein offener kleiner Platz im Gesträuche
ausgerodet, wo die Leute ihre Schlafdecken im Kreise um das Feuer
ausbreiten, das bald hell und munter auflodert. Die kupfernen Kannen
werden mit Wasser für den Tee gefüllt und in die Glut geschoben,
und über das Feuer wird ein eiserner Dreifuß für den offenen Kessel
gestellt. Inzwischen wird das erste Schaf geschlachtet; die Beine
werden ihm mit einem Strickende zusammengebunden und während
der Schlächter es mit der linken Hand an der Nase festhält, sticht er
ihm den kalten, scharfen Stahl in die Kehle; das Leben entflieht mit
dem warmen Blutstrome und wenn die Todeszuckungen aufgehört haben,
wird das Opfer abgehäutet. Es geschieht auf die Weise, daß man an
der inneren Seite des einen Hinterbeines ein Loch in die Haut schneidet;
in dieses Loch bläst der Mann so viel Luft hinein, wie seine Lungen
hergeben. Das Schaf schwillt auf und liegt schließlich dick und rund
wie ein Ball da; wenn man dann zum Messer greift, löst sich das
Fell mit größter Leichtigkeit von den Bindegewebehäuten ab. Darauf
wird der Schafleib zerstückelt und einige der besten Stücke in schmale
Streifen und Würfel zerschnitten, um als wichtigstes Ingredienz in den

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