Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 3. Zweitausend Kilometer auf einer Fähre
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landesüblichen Asch oder Reispudding getan zu werden, welches
Gericht fast drei Jahre lang meine tägliche Nahrung bilden sollte und
dem deshalb die Ehre einer kurzgefaßten Beschreibung zuteil werden soll.
Nachdem der Kessel reingescheuert und auf den Dreifuß über das
Feuer gestellt worden ist, legt man einige Fettstücke von dem soeben
geschlachteten Schafe hinein, und wenn diese nach gewaltigem Brodeln
geschmolzen sind, gehen die Fleischstücke denselben Weg; ihnen folgen
die Gemüse, vorzugsweise Zwiebeln, Möhren und weiße Rüben,
die alle fein gehackt sein müssen. Unterdessen wäscht der Koch den
Reis in einem Holztroge und schüttet ihn dann in den Kessel, der
zum Schlusse bis an den Rand mit Wasser gefüllt wird. Das
Gericht wird hierauf mit einem Deckel zugedeckt, um das Hineinfallen
von Staub und anderen Dingen zu verhindern. Erst wenn alles
Wasser verkocht ist und die Reiskörner genügend aufgequollen sind,
ist der Pudding fertig und dann schmeckt er, wie ich versichern kann,
delikat; er war das einzige Gericht, dessen ich nie überdrüssig wurde.
Eine gewaltige Portion wird zwischen Koffer und Kompasse auf
meinen Schreibtisch gesetzt; Brot, Tee, Milch und Eier, Birnen und
Melonen vervollständigen das Menü. Dowlet und Jolldasch leisten
mir Gesellschaft; mit gespannter Aufmerksamkeit und bittenden Blicken
beobachten sie, den Kopf auf die Seite gelegt, wie ich tapfer in den
Asch einhaue. Wenn der Appetit befriedigt ist und ich meine
Abendzigarre anzünde, kommt die Reihe an sie; einige schöne Fleisch- und
Knochenstücke werden gebracht, die ich meinen beiden Reisekameraden
höchst eigenhändig ins Maul werfe.
Droben auf dem waldigen Ufer am Feuer herrscht merkwürdige
Stille; es kommt daher, weil die Muselmänner im Kreise um ihre
gemeinschaftliche Schüssel sitzen und sich den Pudding mit den Händen
einlöffeln. Sie beginnen die Mahlzeit mit einem „Bißmillah rahman
errahim“ (Im Namen Gottes, des Barmherzigen, Erbarmenden), und
wenn sie mit dem Essen fertig sind, streichen sie mit den Händen über
den Bart oder, falls sie keinen haben, über das Kinn und rufen
miteinander: „Allahu ekbär“ (Gott ist groß!).
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