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Aweitaujend Kilometer auf einer Fähre. 31
(andesübfichen Asch oder Reispudding getan zu werden, welches Ge-
richt fajt drei Fahre lang meine tägliche Nahrung bilden follte und
dem Deshalb die Ehre einer furzgefaßten Befchreibung zuteil werden foll.
Nachdem der Kessel reingejcheuert und auf den Dreifuß über das
Feuer gejtellt worden tft, legt man einige Fettstücke von dem joeben
gejchlachteten Schafe hinein, und wenn diefe nach gewaltigem Brodeln
gejchmolzen jind, gehen die Fleischstücke denselben Weg; ihnen folgen
die Gemüfe, vorzugsweife Zwiebeln, Möhren und weiße üben,
die alle fein gehadt fein müssen. Unterdessen wäjcht der Koch den
Reis in einem Holztroge umd jchüttet ihn dann in den Kessel, der
zum Schlufje bis an den Rand mit Wafjer gefüllt wird. Das Ges
richt wird hierauf mit einem Dedel zugededt, um das Hineinfallen
von Staub und anderen Dingen zu verhindern. Erst wenn alles
Wasser verfocht ist und die Neisförner genügend aufgeguollen find,
ift der Pudding fertig und dann schmeckt er, wie ich verfichern kann,
velifat; er war das einzige Gericht, dessen ich nie überdrüffig wurde.
Eine gewaltige Portion wird zwifchen Koffer und Kompasse auf
meinen Schreibtijch gejeßt; Brot, Tee, Milh und Eier, Birnen und
Melonen vervolljtändigen das Menü. Dowlet und Jolldasch leisten
mir Gejellihaft; mit gejpannter Aufmerkfamfeit und bittenden Blicken
beobachten fie, den Kopf auf die Seite gelegt, wie ich tapfer in den
Asch einhaue. Wenn der Appetit befriedigt ift und ich meine Abend-
zigarre anzünde, kommt die Reihe an fie; einige jchöne Fleisch- umd
Knochenstücke werden gebracht, die ich meinen beiden Reijefameraden
höchst eigenhändig ins Maul werfe.
Droben auf dem waldigen Ufer am Feuer herricht merfhvürdige
Stille; es fommt daher, weil die Mujelmänner im Kreife um ihre
gemeinjchaftliche Schüfjel figen und fich den Pudding mit den Händen
einlöffeln. Sie beginnen die Mahlzeit mit einem „Bißmillah rahman
errahim‘ (Im Namen Gottes, des Barmberzigen, Erbarmenden), und
wenn jie mit dem Efjen fertig find, jtreichen fie mit den Händen über
ven Bart oder, falls fie feinen haben, über das Kinn und rufen mit-
einander: „Allahu efbär“ (Gott ist groß!).
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