- Project Runeberg -  Abenteuer in Tibet /
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(1904) [MARC] Author: Sven Hedin - Tema: Exploration
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 5. Durch unbekanntes Land

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Tage selbst unter den Mohammedanern eine gedrückte Stimmung wie
nach einem wirklichen Begräbnisse.

Die friedliche Gegend schien recht wildreich zu sein. Gelegentlich
sah man scheue Antilopen oder Rehe am Ufer. Jolldasch macht bei
solchen Gelegenheiten seiner Unzufriedenheit Luft. Vor der Fähre
schwamm ein Reh quer über den Fluß, und Islam und Mollah,
unser neugefundener Führer, lagen mit ihren Flinten auf dem
Vorderdeck in Anschlag. Doch mit einem Sprunge war das Tier
auf dem Uferwalle und verschwand im Unterholze. Weiter unten
überraschten wir eine Herde von Wildschweinen, die sich behaglich im
Uferschlamme wälzten. Sie richteten sich auf, betrachteten uns einen
Augenblick und setzten dann wie ein sausender Wirbelwind in das
Schilfdickicht hinein. Eine Wildente, die uns von ihrem Sitzplatze
mit unverschämt großer Kaltblütigkeit beobachtete, spielte noch am
selben Abend eine Rolle auf der Speisekarte und schmeckte
vorzüglich.

Wir mußten Zeit sparen und trieben deshalb auch noch nach
Sonnenuntergang flußabwärts weiter. Um meine Leute aufzuheitern,
packte ich unser großes Symphonion aus und ließ Islam Musik
machen. Sie hörten andächtig zu, und Kasim hielt sich mit der
kleinen Fähre möglichst in unserer Nähe. Klar und wehmütig erklang
die Cavalleria rusticana zwischen den Ufern, Carmen hallte festlich
im Walde wieder, und die schwedische Nationalhymne fand jetzt zum
erstenmal an diesem Flusse einen Resonanzboden. Und als schließlich
ein elektrisierender Parademarsch durch die Luft schmetterte, war es,
als sei die Fähre im Siegeszug langsam und feierlich an ihr Ziel
gelangt und werde von der Regimentsmusik mit Fanfaren begrüßt.
Der Abend war friedlich und still, die Luft erfüllt von Waldesduft
und Wiesen- und Schilffelderdämpfen. Das großartige Schweigen der
Einöde, das unter den Bogen eines Tempels nicht tiefer hätte sein
können, wurde nur gelegentlich durch das Schnattern einer Wildente,
das Rascheln eines Fuchses im Schilfe und durch unsere Spieluhr
unterbrochen, deren Tönen die Bewohner des Waldes sicherlich

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