- Project Runeberg -  Abenteuer in Tibet /
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(1904) [MARC] Author: Sven Hedin - Tema: Exploration
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zwischen den Holmen von Spänen und Treibholz schäumte. Wir
treiben mit sausender Fahrt gerade auf einen von ihnen los; nur
knapp kommt die Fähre durch den engen Gang, an beiden Seiten
schrammen wir mit lautem Krachen an, aber es ging doch, und mit
Rufen und Schreien treibt das Geschwader flußabwärts weiter.

Am 24. November hatten wir eine außergewöhnlich abenteuerliche
Fahrt. Zufällig trieb gerade die große Fähre an der Spitze
und alle kleinen Fahrzeuge hinterdrein. Die Strömung war schnell,
aber der Fluß war auch schmal und regelmäßig, und hurtig ging es
zwischen den Ufern vorwärts. Da machte der Fluß eine scharfe
Biegung, in der man von dem hohen, senkrechten, terrassenartigen Ufer,
gegen das die ganze Wassermasse reißend drängte, abhalten mußte.
Erst unmittelbar unterhalb der Biegung bemerkte Palta eine
umgestürtzte Bappel, die wagerecht gerade über demjenigen Teile des Flusses
lag, wo die Strömung sich befand. Ihre Krone reichte bis zum Wasser,
aber der Stamm lag etwa zwei Meter darüber, und wir trieben mit
voller Fahrt auf diese tückische Brücke zu. Palta erhob ein gellendes
Geschrei, alle Stangen senkten sich; aber die Tiefe war zur groß.
Paarweise ergriffen die Männer die neuangefertigten Stoßruder und
arbeiteten mit dem Mute der Verzweiflung; unterdessen näherten wir
uns mit beängstigender Schnelligkeit der unheimlichen Pappel, die
wohl im nächsten Augenblicke das ganze Obergestell der Fähre
wegfegen oder diese gar, wenn sie schräge dagegen fuhr, zum Kentern
bringen würde. Das Wasser brodelte gerade vor uns unter der
Pappel, der Schiffbruch mußte im nächsten Augenblick erfolgen und
unsere ganze Habe ertränkt und in diesem unheimlichen Strudel
begraben werden. Die Leute arbeiteten mit wahnsinniger Kraft. Einige
schnell entschlossene Kahnführer enterten die Fähre, ließen ihre Kähne
treiben und stellten sich fest und breitbeinig auf das Vorderdeck, wo
auch ich und Islam bereitstanden, um zu versuchen, rechtzeitig den
Pappelstamm zu packen und so den Stoß wenigstens abzuschwächen.
Doch auch hier hatten wir Glück. Die Leute von Lailik ruderten wie
Galeerensklaven und zwangen im der letzten Minute die Fähre in einen

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