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Der Leser wundert sich vielleicht, daß ich die Geduld gehabt habe,
vier Monate lang wie angenagelt auf dieser Fähre zu sitzen und mich
sachte und langsam den Tarim hinabtreiben zu lassen. Doch ich
verfolgte damit einen bestimmten Zweck. Vor allen Dingen wollte ich
von diesem wenig oder gar nicht bekannten Flusse eine Karte aufnehmen,
Tag für Tag sein Bett, seine Wassermenge und seine Stromgeschwindigkeit
untersuchen und die Wälder und Sanddünen, die seine Ufer
schmücken, auf meiner Karte eintragen. Ich saß daher wie festgebannt
an meinem Schreibtische auf der Fähre und ließ die großartigen
Szenerien sich selbst aufrollen. Das Resultat war eine sehr eingehende,
wirklich hübsche Karte des Tarim, die aus einer ganzen Reihe von
Blättern bestand, von denen hier eines in halber Größe des Originals
photographisch wiedergegeben ist. Man begreift also, daß ich mich
nicht Vergnügens halber dieser Arbeit unterzogen habe. Doch wie
lange die Tage an Bord mir auch erschienen, ich fand nie Zeit, dieses
Lebens überdrüssig zu werden oder es langweilig zu finden. Kein
Tag verging, ohne daß eine neue Entdeckung gemacht wurde. Wenige
Flüsse außerhalb Europas und Nordamerikas sind jetzt so genau
bekannt wie der große, einsame Tarim, der dort hinten in der Tiefe
der Wüste rauscht.
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