Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 8. Eine gefährliche Wüstenreise
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86 Achtes Kapitel.
—Wie trübe der Tag auch gewesen ist, wenn ich Halt kommandiere,
wird die Stimmung fofort heiterer. Die Tiere werden von ihren
Lasten befreit, die Kamele feitgebunden, damit jie nicht während der
Nacht nach) den jaftigen Weiden des Flußufers zurüclaufen, mein Bett
wird in dem weichen Sande aufgejchlagen, euer angezündet, Ejjen
gekocht und wenn die Abendarbeiten verrichtet find und ich bei einer
fladernden Laterne meine Aufzeichnungen niedergefchrieben habe, Hat
man nichts weiter zu tun, als unter die Deden zu friechen.
Nie werde ich den heiligen Abend in einer Düjtereren, schwermütige—
ren Umgebung verleben. Nur die Kälte erinnerte an das frohe zeit,
an dem alle Kindheitserinnerungen in buntem Zuge an dem Blide
vorbeiziehen, der sich in der erjterbenden Glut des Lagerfeuer ver—
hiert. Das jchönfte, froheste der Feste brachte ich in einem Ab-
grumde zu, wo die abjolute Todesftille einen ihrer größten Triumphe
feierte. Bujammengefauert wie Fledermäuse im Winter saßen wir
Ihaudernd und frierend um das jpärliche Feuer herum, über dejjen
Kohlen die fetten blauen Flämmchen-tanzten; wir hüllten uns fest in
unjere Pelze, um die eifigen Windftöße der Weihnachtsnacht weniger
zu fühlen; der Weihnachtsengel aber ging ftolz an uns vorbei, troß-
den alle Türen weit offen jtanden. Am Pole selbst kann der heilige
Abend nicht troftlojer fein.
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