Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 9. Nach dem Herzen des Sandmeeres
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.
85 Neuntes Kapitel.
Am 27. Dezember erwartete mich eine große freudige Überrafchung.
Wie gewöhnlich ging ich zu Fuß voraus und führte die Karawane,
die in langjamem Tempo meiner Spur folgte. So erreichte ich einen
hohen Dünenkamm, auf dem ich mich eine Weile ausruhte und Die
Wüste mit dem Fernglafe abjuchte. Im Süden lag eine neue Mulde,
die ein ungewöhnliches Ausjehen hatte — jie war ganz jchwarz ge—
tüpfelt. Ich eilte dort hinab, und mein Erjtaunen wurde noch größer,
als ich vom Winde verwehte Scilfblätter und die Spuren eines
Heinen Nagetieres fand, das nicht größer als eine Maus war. Beim
Näherfommen entdecte ich zu meiner größten Freude, daß die jchwarzen
Tupfen nicht? anderes waren als Schilf in dünnen, verdorrten Büjcheln.
ALS die Karawane mich eingeholt hatte, jubelten Die Leute, als
jähen fie ein Paradies vor fich winken; die Kamele blähten, Weide
witternd, die Nüjtern. ES war „wirklich eine unerwartete, gejegnete
Entdedung, — ja, jchon jegt ahnten wir, daß die Wüste feine Ge—
fegenheit erhalten würde, uns Das eben zu rauben. Weide mitten
in der Sandwüjte, 140 Kilometer
vom nächsten Wasser entfernt!
Wir lagerten und ließen die Tiere los; ganze Arme voll dürren
Schilfes wurden zu einem gewaltigen Stapel aufgejchichtet. Am Abend
erhielten die Kamele je 30 Liter Wafjer; der Eimer wurde jedesntal
in ein paar gierigen Schluden geleert. Seht wurden die Eislaiten
bedenklich leicht, aber die Vegetation ließ uns hoffen, daß das Grund-
wajjer nicht weit entfernt jein fünne. Der ganze Abend verging mit dem
Schmelzen von Eis für die Kamele, aber den Brennholzvorrat brauchten
wir nicht anzuruhren, wir heizten mit dem gejammelten dürren Schilf.
Die untergehende Sonne, die sich den ganzen Tag verjtectt hatte, jah
lauter fröhliche Gefichter. Die Sturmwolken verzogen fich, fie waren
oben grauviofett mit einem goldglänzenden Rande, aber ihre Unter-
jeite war ebenjo jchmubiggelb wie die Dünen, und man glaubte, das
Spiegelbild der Wüste am Himmel widerjcheinen zu fehen.
Nach 21° Kälte in der Nacht erwachten wir wieder, umhüllt von
Staubnebel, bei öjtlihem Winde unter bleischweren Wolfen. Steine
helle Stelle am Himmel verrät, wo die Sonne fi aufhält; wir find
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>