Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 13. Lebensgefährliche Seefahrten
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.
154 Dreizehntes Kapitel.
Ewigkeit erfchien. Die Wogenkämme begannen immer dichter über die
Reling hereinzubrechen, und immer öfter erhielten wir eine Spritzwasser—
dusche. Mit dem Arme juchte ich wenigjtens einen Teil jeder neuen
Welle zu parieren; dazwischen fchöpfte ich wieder aus. Doch was
nüßte dies auf die Dauer! Der Kahn füllte sich allmählich und ruderte
fi) immer schwerer. Wir waren todmiüde und würden eS feine
Minute länger aushalten. Um uns herum war es dunfel, obgleich)
die Sonne noch nicht untergegangen war.
Doch jebt! Was ist geichehen? Wie mit einem Bauberjchlage
hört der Seegang auf, nichts ift zu jehen, die Wellen find nicht mehr
der Rede wert und nicht mehr jchaumgefrönt. Es war, al3 wäre eine
Olhaut über den See geipannt worden. „Zwei Fuß Wafjer“, ruft
Kirgui Bawan triumphierend, „Chodaim var“!
Es jtellte fih Heraus, daß sich vom Nordufer eine lange,
schmale Landzunge in den See hineinzog, und ohne es zu ahnen
waren wir jo glüclich gewejen, auf die vom Winde abgefehrte Seite
diejes Wellenbrechers zu gelangen." Eine Heine Weile jpäter schimmer—
ten ein paar dunfle Punkte durch den Nebel, es waren Tamarisfen;
dann bohrten fich die Kähne in den Sand des langjam abfallenden
Ufers ein.
Die Nuderer waren jegt — mehr von der feelifchen Erregung
als von der Arbeit — jo erichöpft, daß wir ihmen erjt etwas Ruhe
gönnen mußten. Währenddejjen ordneten Schagdur umd ich unsere
Saden, und die Kühne wurden Ieer gejchöpft. Erft jpät wurde die
Rückreise angetreten. Die Nacht brach herein; man kann fich denken,
welch undurhdringliche Finfternis da herrschte. Im einem ge-
ihlofjenen Kassengewölbe kann es nicht dunkler sein. Noch heute ist
es mir ein unlösbares Rätsel, wie die Männer sich zurechtfanden.
Sie konnten nicht sprechen, sich nicht über den Weg beraten, einander
weder anrufen, noch warnen; man konnte schreien, daß die Lungen
platzten, eswar nichts zu hören, das Heulen des Sturmes übertönte
alles, es pfiff, zischte und quiekte in dem Schilf, dessen lange, scharfe
Blätter einem das Gesicht zu zerfetzen drohten, wenn man nicht mit
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>