Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 17. Erlebnisse und Abenteuer in Nordtibet
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Erlebnifje und Abenteuer in Nordtibet. 213
Bei 19° Kälte ftießen wir das Boot vom Lande ab, um den
See noch einmal, jebt in nordweftlicher Nichtung, zu freuzen; denn
die Karawane hatte Befehl, in diefer Richtung weiter zu marjchteren
und und an einem großen Feuer, das uns als Leuchtturm dienen jollte,
zu erwarten.
Schon al3 wir noch weit draußen auf dem See waren, glaubten
wir, auf der rechten Fährte zu jein, und vermeinten, das Zelt, Die
Jurte und die Tiere zu jehen. Aber als wir nahe genug herangefommen
waren, um mit dem Fernglase das Ufer deutlich jehen zu können, ver-
wandelten fich jene in zwei feine Hügel und diese in eine Kulanherde.
Wir landeten dennoch und fonftatierten, daß die Karawane nach Weiten
weitergezogen war. Zwei Bären waren fürzlic) nach der entgegen-
gejegten Seite getrabt, um die Murmeltiere in ihrem tiefen Winter-
ichlafe zu jtören.
Es blieb uns feine andere Wahl, als am Ufer entlang zu rudern
und die Unjeren aufzujuchen. _Eine, Staubwolfe unter der sinkenden
Sonne täufchte und; fie war, durch „fliehende Kulane verurjacht. Ich
war fteifgefroren; Tofta Ahun hielt fich durch das Rudern warm und
fang ein jchwermütiges Lied aus den Hütten von Abdall. Schließlich
durchdrang Feuerschein die Dumkelheit. Drei Stunden hielten wir
Kurs auf den Schein, dann verjchwand er wieder. Wir ruderten je
doch weiter, und jchließlich wurde unjer Rufen durch Hundegebell be-
antwortet. Das Feuer loderte jet in unjerer unmittelbaren Nähe auf,
und ein Fadelträger empfing uns am Ufer. —
Nach vielen harten Schidjalen waren wir nad) Temirlif zurüd-
gekehrt, wo die Kälte jet grimmig war und bis auf —27° janf.
Sechs Tage fonnte ich dort vor dem nächsten Aufbruche aus-
ruhen, aber die Zeit wurde mit Vorbereitungen zu der großen, lang-
wierigen Erfurfion, die jet angetreten werden jollte, ausgefüllt. Ein
Andifchaner Kaufmann, der sich aus eigenem Antrieb in mein Lager be
geben hatte, um dort Gejchäfte zu machen, jtarb an der gewöhnlichen,
ichweren Bergkranfheit und wurde unter den üblichen Zeremonien be-
graben. Der franfe Togdafin wurde eines Tages ins Freie gebracht,
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