Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 27. Kamba Bombos Befehl
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312 Siebenundzwanzigites Kapitel.
falle ich in Ungnade und werde entlafjen!“ Zwei Stunden lang be-
itürmte er uns, da es aber nichts müßte, beftieg er jein Pferd und
ritt fort.
„Grüße Kamba Bombo“, rief ich, „und jage ihm, wenn er nicht
fo viel Anstand hat, ung eine Visite zu machen, wird er nie auch nur
einen Schimmer von uns zu jehen befommen!’
Einem vornehmen Gouverneur eine jolche Antwort zu geben, war
recht unhöflich, aber ich hatte nicht zum erjtenmal mit Aftaten zu
tun, — id) weiß, wie man mit ihnen umfpringen muß. Samba
Bombo war Gouverneur in Nafktichu am oberen Saluen und Hatte
aus Lhaja Befehl erhalten, die Unterfuchung gegen uns jelbjt zu
führen. Bei unjerer Ankunft in Dichalloff vor fünf Tagen hatte man
Kuriere an ihn geschickt und er selbst hatte Eilboten nach Lhasa ge—
jandt, Antwort erhalten und war jetzt hierher geritten, — alles in
fünf Tagen, obgleich) die Entfernungen zwijchen den drei Punkten
groß find,
sch will geitehen, daß ich die Lage: für jehr Fritiich hielt. Wir
hatten die Tibeter mobilmachen jehen und hatten uns für Burjaten
ausgegeben. Niemand hätte ihnen berechtigerweife Vorwürfe machen
fönnen, wenn fie an einem verkleideten Europäer ein Erempel hätten
jtatuieren wollen. Und hätten fie mich totgejchlagen und fich nachher
dafür verantworten müssen, jo hätten fie nur zu antworten brauchen:
„Wir wußten nicht, daß er ein Europäer war; er selbst jagte, er sei
ein Burjat.“ Wir fürchteten alle drei, daß die Einladung ein Ber:
juch jet, uns in eine Falle zu locken. Zu einem Gaftmahle geht man
unbewaffnet, und vielleicht fuchten fie einen Vorwand, uns von unferen
Waffen, vor denen fie entjeglichen Respekt hatten, zu trennen. Nein,
wir würden ums nicht überliften lafjen, wir würden ihnen unjere
Waffen erst lassen, wenn wir alle unjere Patronen verschossen hätten;
das Abenteuer war auf die Spige getrieben worden und mußte einen
ehrenvollen Abschluß erhalten!
Ein paar Stunden blieben wir allein und überlegten. Die Ent-
Iheidung ftand bevor; ich erinnere mich des jtundenlangen Wartens
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