- Project Runeberg -  Abenteuer in Tibet /
351

(1904) [MARC] Author: Sven Hedin - Tema: Exploration
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 28. Erneutes Vordringen gegen Lhasa

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Erneutes Bordringen gegen Lhaja. 351
Die fünf Tagereifen, die uns noch von unjerem Hauptguartiere
trennten, waren jchwer und anftrengend, und die Nächte waren, wie
gewöhnlich, am allerfchlimmiten, denn nun mußten wir unsere Tiere
wieder jelbjt hüten und vermißten jehr die Tibeter, Die uns von Diejer
ichweren Arbeit befreit hatten. Schon der erjte Abend gab uns einen
Borgejchmad von dem, was fommen jollte. Unheimliche Wolfen jtiegen
über den Bergen im Südosten auf, brandgelb und did, wie wenn sich
in der Wüfte ein Sandjturm zujammenzieht. Ein rajender Wind
fegte über das Hochland hin, und die durch die Hagelböen hervor-
gernfene Finsternis machte die Nacht ein paar Stunden länger als
gewöhnlich. Während der ganzen Nacht goß es, und der Mond, Der
auf dem Himmwege unfer einziger Freund gewejen war, ließ jich jebt
nicht jehen. Ich jollte die Mittehvache haben und ging um 11 Uhr
hinaus, um mich nach Schagdur umzujehen. Er saß mitten in Nässe
und Regen zwijchen den Tieren und. bat mich, scharf Hinzuhorchen,
denn er habe foeben Tritte gehört, Die er für die eines Menschen halte.
Ich ging nach der verdächtigen Seite und fand, daß es der gute Ma—
lenki war, der uns irregeführt hatte,» In einer jolchen Nacht kann
man fich nur nach dem Schalle richten, man fieht jeine eigene Hand
nicht, und wenn man fie fich vor die Mugen hält. Die Lage wird
nicht gemütlicher, wenn, wie es oft vorfommt, unjer guter Lama an—
fängt, im Schlafe zu fprechen und mit Flagender Stimme Sirkins
Namen ruft, als wäre er in Not und bedürfie der Hilfe.
Sch wählte einen anderen Weg als auf der Hinreife, um noch
mehr von dem Lande zu jehen. Infolgedessen gerieten wir jedoch in
ein Gewirr von Bergen mit jumpfigem, tüdijchem Boden hinein.
Einmal brauchten wir mehrere Stunden, um über einen greulichen
Hügel, wo die Tiere bis an den Bauch einjanfen, hinüberzukommen.
Man it ganz erichöpft von den Nachtwachen, den langen Märjchen
und den Niederichlägen. Am 18. August jegte der Regen jedoch ein
paar Stunden aus, und wir rafteten auf einem Hügel. Die Luft war
flar und ruhig, und die Temperatur jtieg bis auf 19°; es war jo
heiß, dab man einen Sonnenftich befürchten konnte. Wir lagen lang

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