- Project Runeberg -  Brage. Årsskrift utgiven av Föreningen Brage / Årgång 3 (1908) /
148

(1907)
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— 148 —

volkskundlichen Materials erliess und dann auch selber eine
mehrere tausend Nummern umfassende Sammlung von
schwedischen Liedern und Sagen aus dem nördlichen Finland —
aus Österbotten — zusammenbrachte. Der noch lebende Prof,
em. A. O. Freudenthal trat um die Mitte vorigen Jahrhunderts
kräftig für die Bewahrung schwedischer Kulturdenkmäler ein
und hob die Berechtigung des Fortbestands des schwedischen
Volksstammes in Finland hervor. Im Jahre 1873 gründete
er den „Verein zur Erforschung schwedischer Dialekte in
Finland“ (Sv. landsmåls-föreningen), der für die weitere
Erkenntnis dieses Sprachzweiges von ausserordentlicher
Bedeutung wurde. Später wurde das Einsammeln von der
„Schwedischen Litteraturgesellschaft“ Finlands mit grossem Erfolge
fortgesetzt. Die schwedischen folkloristiset!en Sammlungen
in Finland dürften zur Zeit die grössten in der Art in
schwedischer Sprache sein.

Wenn auch unsere Volkspoesie mit der Dichtung
unserer skandinavischen Nachbarn verwandt ist, dürfen wir sie
dennoch nicht als von geringerer Bedeutung ansehen. Eine
solche Ansicht, die auch in wissenschaftlichen Kreisen öfter
hervortritt, ist durch die neuere Forschung vollständig
widerlegt worden. Man glaubte ja früher, dass die Sagen und
Lieder ihre Quellen in demselben Stamm hätten, wo sie
weiter fortlebten und dass sie hier ein ausserordentlich hohes
Alter erreichen konnten. Man legte infolgedessen denjenigen,
deren Ursprung irgendwo anders zu suchen war, keine
nationale Bedeutung bei. Als Sophus Bugge um 1880 mit der
Behauptung hervortrat, dass einerseits die alten nordischen
Götter- und Heldensagen nicht über die Wikingerzeit
hinausgingen, andererseits jene Dichtungen teils unter dem
Einflüsse der Antike, teils des Christentums entstanden wären,
welcher Einfluss sich auf die heidnischen Nordländer,
besonders bei ihren Reisen nach den britischen Ländern, speziell
Irland, geltend machte, da gab diese Behauptung
Veranlassung zu einem scharfen Kampfe zwischen den verschiedensten
Wissenschaftlern, einem Kampf, der mit ungewöhnlicher
Zähigkeit Jahrzehnte lang geführt wurde. Jetzt dürfte wohl kaum

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